Gegen den Tabellenletzten Güstrow / Teterow tat sich die ERSTE unerwartet schwer und brauchte viel Glück und Geduld, um doch noch vierkommafünf Punkte zusammen zu kratzen. Zwischenzeitlich lagen wir 0:2 und später 1:3 zurück. Dann gelangen uns allerdings nacheinander drei ganze Punkte. Beim Stand von 4:3 kämpfte Josef tapfer in einem Endspiel T+S gegen T+L mit zwei Minusbauern. Am Ende gelang es ihm allerdings, den Turm und den vorletzten Bauern abzutauschen und es blieb nur noch der Randbauer plus „falscher“ Läufer übrig. Uff…!
Nun ist sogar noch der 5. Platz in der Abschlusstabelle drin, wenn gegen Empor Potsdam in der letzten Runde gewonnen wird.
Herzlichen Glückwunsch dem neuen ClubmeisterYannickKather!
Von links nach rechts: Anton Bashtavy (3. Platz), Yannick Kather (1. Platz) und Ingo Abraham (2. Platz). Stolz präsentiert Yannick seinen Siegerpokal! Unser mehrfacher Jugendmeister gewinnt damit seinen ersten Titel bei den „Großen“, einmal abgesehen vom „Saisonmeister 2010“, den bekanntlich sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene gewinnen können. (Foto: CG)
Vom 30.03. (Ostersamstag) bis zum 07.04. fanden in Lichtenrade wieder die Berliner Einzel-Meisterschaften statt. Im Gegensatz zum viel weiter entfernten Grenke-Open in Karlsruhe waren die Teilnehmerzahlen mit 30 Teilnehmern (M-Klasse) bzw. 128 Teilnehmern (Qualifikationsturnier) allerdings geradezu bescheiden. Auch von der WEISSEN DAME waren in diesem Jahr lediglich zwei Teilnehmer:innen dabei. Aber auch darüber soll kurz berichtet werden:
Meisterturnier 2024
Josefspielte erneut im sehr stark besetzten Meisterturnier mit. Mit vier Punkten aus neun Partien konnte er am Ende relativ sicher die Klasse halten und gewann 21 ELO-Punkte hinzu. Dazu trug auch seine sehr solide Spielweise bei. Einerseits gelang ihm im Turnier zwar nur ein Sieg, andererseits musste er sich aber auch nur FM Johannes Florstedt und IM Lars Thiede geschlagen geben.
Die letzten sechs Spieler der Tabelle müssen abstiegen. Darunter sind auch einige namhafte Spieler, bei denen ich nicht unbedingt damit gerechnet hätte …
Berliner Meister wurde übrigens IM Raphael Lagunow (SK Zehlendorf) mit sieben Punkten.
Bhuvana(meist kurz „Bhuvi“ genannt) spielte im Qualifikationsturnier mit und erreichte den 3. Platz in der DWZ-Kategorie u1900. Nach einem durchwachsenen Turnierbeginn lief es bei ihr in den letzten drei Runden richtig gut, und sie konnte alle drei Partien gewinnen. (Foto: BSV-HP)
Am ersten Spielabend nach Ostern ist kein Turnier angesetzt. Es besteht also die Möglichkeit, freie Partien zu spielen, vergangene Turniere zu analysieren, oder sich auf kommende Ereignisse vorzubereiten.
Falls einer oder mehrere Teilnehmer des Grenke-Opens beim Spielabend anwesend sind, ist es sicherlich interessant, einige Partien in kleiner oder großer Runde anzuschauen.
Hinweis: in der nächsten Woche wird das 2. Wertungsturnier der Club-Blitzmeisterschaft gespielt. Dazu erfolgt noch eine gesonderte Ankündigung / Erinnerung.
Die WeDa-Spieler:innen beim Grenke-Open 2024 (von links nach rechts): Annette Preissner – Hendrik Möller – Miguel Martinez – Richard Mertens – Mateo Ionita – Yannick Kather – David Hörmann – Sebastian Lutz – Ahmad Ahmadov – Diyap Büyükasik. Es fehlt Xiutian Cheng.(Foto: NN)
Grenke-Open 2024
Abschlussbericht von Richard Mertens
Schlussrunde A-Gruppe
In der 9. und letzten Runde einigte sich YannickKather nach dem Übergang in ein ausgeglichenes Schwerfigurenendspiel mit seinem Gegner auf remis. Durch seine starke Performance in der letzten Runde landet er bei 4,5/9. Starke Leistung unseres Clubmeisters!
DiyapBüyükasik musste sich leider einem 17-jährigen Schachtalent aus Bosnien-Herzegowina geschlagen geben. Er schob seinen Randbauer auf die 6. Reihe in der Hoffnung, die gegnerische fianchettierte Bauerstruktur zu schwächen. Stattdessen stellte sich dieser Bauer als Schwäche heraus, da er kurz darauf von Weiß eingesammelt werden konnte. Weiß besaß zusätzlich im Endspiel das Läuferpaar und konnte dadurch seinen Materialvorteil verwerten. Diyap landet trotzdem bei 5/9 und konnte hoffentlich etwas „Rost abziehen“.
HendrikMöller war wohl durch seine bisherigen Leistungen beflügelt. Im 8. Zug lehnte er das gegnerische Remisangebot ab. Nach einem Blick auf die Bühne zur zeitgleich stattfindenden Partie (inklusive positioneller Lehrstunde) von Magnus Carlsen gegen Richard Rapport, war er inspiriert weiterzuspielen. In einem Turmendspiel mit gleicher Anzahl Bauern gelang es ihm, aufgrund der besseren Position seines Königs einen Bauern zu gewinnen und zugleich einen Abtausch der Türme zu erzwingen. Im Bauernendspiel wandelten beide Spieler nacheinander zur Dame um. Allerdings konnte Hendrik einen Damentausch forcieren und seinen verbleibenden Bauern zur Dame umwandeln. Insgesamt landet er jetzt bei 5,5 aus 9, naja 8. Hut ab!
DavidHörmann gelang in der Schlussrunde noch ein Sieg gegen einen deutlich stärkeren Gegner, der im Nachhinein aber recht einfach erklärt werden konnte. Davids mentale Stärke wurde nicht nur durch ein Selfie mit GM Arjun Erigaisi geboostert, sondern auch durch eine magische Begegnung mit GM Kata Kamsky, der ihn beim Gehen auf der Treppe am Pullover streifte. Kommentar Yannick Kather: „Das sind mindestens 200 zusätzliche Elo-Punkte!“ 😉
David Hörmann mit GM Arjun Erigaisi, dem Topfavoriten des Grenke-Opens (Foto: Selfie DH)
Abschlussfeier
Von links vorn im Uhrzeigersinn: Yannick Kather – Hendrik Möller – Richard Mertens – Sebastian Lutz – Diyap Büyükasik – David Hörmann ließen es sich bei Pizza und Eis gutgehen …
Fazit
Das Grenke-Open hat sich viel vorgenommen. Man konnte internationale Turnierluft schnuppern und sah alle Schachgrößen der Welt aus unmittelbarer Nähe. Das war für alle Spieler sicherlich ein einzigartiges Erlebnis.
Die Turnierbedingungen waren leider nicht zufriedenstellend, sowohl für die Amateurspieler als auch für die Profis. Sämtliche Partien hatten Verspätungen von 20-30 Minuten. Die Gänge und Hallen war überfüllt und es gab im Messegelände keinen Platz, um die Zeit zwischen den Runden zu verbringen. Die Restaurantumgebung hat auch nicht gereicht, um die vielen Schachspieler zu versorgen. Durch die fehlenden Erholungsmöglichkeiten war das Doppelrundenturnier daher sehr stressig und es blieb kaum Platz für den sozialen Austausch zwischen den Schachrunden, was für die meisten Spieler sicher einer der wichtigsten Punkte ist. Nichtsdestotrotz kann man neben seinen erfolgreichen schachlichen Leistungen auch darauf zurückblicken, dass man die Weltspitze des Schachs aus nächster Nähe beobachten konnte. So eine Gelegenheit gibt es vor allem für Amateurspieler nicht jeden Tag.
Das Videoformat der WeDa-Berichterstattung konnte ebenfalls erfolgreich geprobt werden und wird sicherlich in naher Zukunft fortgeführt.
Mit diesen Worten verabschieden wir uns aus Karlsruhe: „Auf Wiedersehen!“
Der erste WeDa-YouTube-Videobericht kommt vom das Grenke-Open 2024. WeDa-Mitglied RichardMertens ist als Berichterstatter unser Mann vor Ort. Weitere Berichte sollen folgen …