BMM 2016/17 – 7. Runde: +6 =0 -0: Kämpfen lohnt sich … (4. Aktualisierung)

4. Aktualisierung

Die FÜNFTE liefert – wie die ZWEITE – im Nachgang ihren Bericht auch noch. Die Berichte der DRITTEN und ERSTEN waren bereits frühzeitig eingetrudelt, wobei wieder einmal der Bericht der ERSTEN als erster Bericht veröffentlicht wurde.


7. Spieltag: Zusammenfassung

… dieses in den letzten Wochen kreierte Motto setzte die Weisse Dame heute in Perfektion um: Drei der sechs Mannschaftskämpfe wurden erst durch spät herausgespielte Siege zu unseren Gunsten entschieden, in der Summe wurden sagenhafte 12 Mannschaftspunkte erzielt.

Die ERSTE ging nach dem erfolgreichen „Waldmann-Gambit“ in der 6. Runde völlig tiefenentspannt ins letzte Saisondrittel – und steht nun doch wieder „unter Strom“: Da der Tabellenführer verloren hat, hat man rein rechnerisch wieder Aufstiegschancen.

Für die ZWEITE wurde es heute ernst: Ohne Sieg wäre man dem Abstieg einen großen Schritt näher gekommen. Also gewann man etwas glücklich und knapp und kletterte auf den 8. Tabellen- und damit einen Nicht-Abstiegs-Platz.

Die DRITTE sollte mit einem Sieg gegen den Tabellenletzten ihrer Staffel den Anschluss an den Tabellenführer halten. Und nachdem man sich anfangs mit dem vermeintlich leichten Gegner recht schwer tat, gelang dies am Ende dann doch recht souverän.

Die VIERTE hat die Chance, sich mit einem Sieg gegen einen Abstiegskonkurrenten vorentscheidend nach oben abzusetzen, genutzt. Dabei ließen die Aufstellungen und die Partieverläufe in den ersten beiden Stunden vermuten, dass der Gegner mehr verinnerlicht hatte, was Abstiegskampf bedeutet. Am Ende gaben aber individuelle Fehler den Ausschlag.

Die FÜNFTE hat derzeit viel mit der ERSTEN gemein: 7 (jetzt 9) Punkte, 5. (jetzt 4.) Platz, tiefenentspannt – und auf einmal wieder Aufstiegschancen. Die Spieler lebten bzw. spielten das auf unterschiedliche Weise – oder auch gar nicht – aus, am Ende stand, auch dank eines kampflosen Punktes, ein knapper Sieg.

Die SECHSTE konnte als 3. Mannschaft im Bunde absolut tiefenentspannt an ihrem Aufwärtstrend arbeiten, was ihr auch überzeugend gelang, obwohl ihr Mannschaftsleiter – eine sehr eigenwillige Interpretation von Tiefenentspannung –  gar nicht erst erschien.

Liga Heim Ergebnis Auswärts Platz BP MP
Landesliga WeDa 1  5:3 Rotation Pankow 2 5 32,0 9
Landesliga WeDa 2  4,5:3,5 BSV 63 Chemie Weißensee 8 20,5 4
Klasse 1.1 WeDa 3  5,5:2,5  SG Rotation Turbine Berlin 2 2 37,5 12
Klasse 1.4 WeDa 4  5,5:2,5 SK König Tegel 1949 4 6 28,5 6
Klasse 2.4 WeDa 5  4,5:3,5  SG SK CAISSA/ VfB Hermsdorf Schach 3 4 30,0 9
Klasse 4 West WeDa 6  4,5:1,5  SC Schwarz-Weiß Lichtenrade 4 6 16,0 5


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ERSTE:

GEMEINSAM UNSCHLAGBAR

Oder: Spitze erneut Spitze!

von Cäpt’n Kai

Vor diesem Kampf hatten wir uns freiwillig bereiterklärt, in den Keller zu gehen, da genau die beiden Kämpfe, bei denen wir im Großen Saal spielten, unglücklich verlorengegangen waren.

Doch wir hatten die „Aberglauben-Rechnung“ falsch aufgemacht- denn wie sich heute zeigte, war nicht der Große Saal das Problem, sondern dass bislang nicht a l l e 6 Mannschaften in diesem gespielt hatten. Einem falschen Schlüssel oder ausgetauschtem Schloss war am heutigen Tage jedenfalls die ultimative Erfahrung zu verdanken, wie es sich anfühlt, mit 6 Mannschaften gleichzeitig in unserem Saal anzutreten, was sich schließlich als äußerst erfolgreich erwies, denn alle 6 Mannschaften gewannen! Wann gibt es das schon einmal? Bei uns hieß es am Ende gegen Rotation Pankow II 5:3– unter dem Strich ein leistungsgerechter Sieg. Sicherlich kam uns dabei entgegen, dass unsere Gegner auf ihr etatmäßiges erstes Brett D. Boetzer verzichten mussten, der eine Woche zuvor die schlussendlich glücklose erste Mannschaft (mit 0 MP Letzter in der Zweiten Bundesliga) verstärken musste.

Begonnen hatte alles – na eigentlich schon heute Nacht. Denn da gab ich Martin noch einen kleinen Variantentipp gegen D. Freybergs Skandinavier per SMS mit auf den Weg. Der saß, denn Martins Gegner stellte sich in einer sehr scharfen Variante etwas zu passiv auf und wurde schließlich überrollt- womit Martin ihm übrigens die erste Niederlage beibrachte.

Und auch das 2:0 ließ nicht lange auf sich warten. Heinz, der gerade einen Lauf hat, spielte kreativ gegen einen etwas dubiosen Aufbau seines Gegners N. Daum und opferte einen Bauern für hervorragendes Spiel. Nach eigenem Bekunden hätte es eine Traumpartie werden können, wenn Heinz nicht zu weit gerechnet und Gespenster gesehen hätte; stattdessen wählte er die scheinbar gleichwertige Variante, die aber dazu führte, dass sein Gegner, der bis dahin schon extrem viel Zeit investieren musste, um irgendwie am Leben zu bleiben, selbiges wieder eingehaucht bekam. Dann aber ein sehr aktiv aussehender weißer Zug, der Heinz aber wenig beeindruckte, da er einfach einzügig matt setzen konnte- sozusagen ausgleichende Ungerechtigkeit gegenüber dem Friesen-Drama, als Heinz selbiges widerfuhr.

Was dann folgte, war nicht ganz so erfreulich, denn Ingo, der bereits nach wenigen Zügen auf mein Geheiß heldenhaft einem Remisangebot seines Gegners M. Weber widerstand, hatte sich nach Eröffnungsvorteil verheddert, langsam in Zeitnot bugsiert und dann die Übersicht verloren. 2:1 also nur noch.

Bloß gut, dass ich mich da schon wieder saniert hatte. Aus der Eröffnung war ich als Schwarzer gegen C. Düster an und für sich ganz komfortabel herausgekommen. Ich übersah dann aber, dass er mit der langen Rochade keineswegs einen Bauern verlor, sondern mächtig Druck aufbauen konnte, griff meinerseits dann Zug um Zug mehr fehl, bis ich einfach platt stand. Noch ein richtiger und zudem recht simpler Zug meines Gegners und ich hätte perspektivlos dagestanden. Stattdessen wollte er es kombinatorisch lösen, was mir wieder Gegenchancen gab. Schließlich konnte ich unter Zwischenopfer von ein-zwei Bauern in ein Doppelturmendspiel abwickeln. Statt mir nun trotz zweier dann verbundener weißer Türme den wichtigen Freibauern einfach gleich zurückzuholen, griff ich erneut fehl. Als er aber auch das nicht ausnutzte, landeten wir in einem Turmendspiel, bei dem mein verbliebener Turm und König im Gegensatz zu den seinigen aktiv waren und ich überdies selber einen gefährlichen Freibauern hatte. Da konnte nichts mehr anbrennen- allenfalls für ihn, wenn er sich nicht in das Remis geschickt hätte. Hat er aber: also 2,5:1,5.

Bei den verbliebenen Brettern sah es auch ganz freundlich aus; allen voran bei Hendrik gegen J. Zur. Auch Hendrik hatte nach einem verwickelt wirkenden Übergang von Eröffnung zum Mittelspiel, wo ich mir kurzzeitig etwas Sorgen machte, deutlich Stellungsvorteil erlangt, der auch zu einem Doppelturmendspiel, allerdings mit zwei gesunden Mehrbauern, führte, bei dem er nichts mehr anbrennen ließ.

Damit waren wir fast durch. Manfred hatte aber gegen P. Labahn viel Zeit gelassen, auch nach der Zeitkontrolle, und hatte nur noch 5 Minuten auf der Uhr. In dem entstandenen Endspiel mit jeweils einem Springer und verschiedenen Bauerninseln war aber anscheinend für keinen ernsthaft etwas zu holen, sodass beide die Züge wiederholten und sich auf Remis einigten- leistungsgerecht, wenn man den Partieverlauf betrachtet. 4:2.

Und Thorsten stand gut. Ja, stand. Er hatte leider in ein Endspiel abgewickelt, in dem er bei Läufer gegen Springer einen Mehrbauern sein Eigen wähnte. Der war aber schnell weg und dann bewies seine Gegnerin A. Göhler gute Technik. Thorsten hat in dieser Saison leider einfach die Seuche (von seinem überzeugenden Sieg in der Clubmeisterschaft gegen mich einmal abgesehen…)!

Doch bevor Thorsten als letzter Spieler im Saal seiner Gegnerin die Hand schütteln durfte, hatte der wiedergenesene Achim an Brett 1 schon alles gegen J. Lisek klargemacht. Nach etwas eigentümlichem Eröffnungsverlauf hatte er einfach ruhig abgewartet, nach Damentausch positionelle Vorteile erarbeitet und seinen Gegner, der nach intensivem Zeiteinsatz kurzzeitig die Orientierung verloren und offensichtlich durch ein träges Abbild einen Bauern eingestellt hatte, dann im Endspiel ruhig und souverän überspielt. Dieser ließ sich am Ende das Eindringen des schwarzen Turmes in seine Stellung nicht mehr vorführen und gab kurzerhand auf.

In den letzten beiden Runden gegen Chemie Weißensee und gegen Queerspringer (12.3. bzw. 26.3.) wird es für uns vor allem darum gehen, schon mit Blick auf die kommende Saison die in den letzten beiden Runden wieder aufgekommene Sicherheit weiter zu festigen und nach Möglichkeit souverän vier Mannschaftspunkte zu erspielen, nicht zuletzt, um auch unsere Zweite im Kampf gegen den Abstieg wirksam zu unterstützen. Dass es nach der heutigen Niederlage von Tabellenführer Berolina nun auch wieder theoretische Chancen gibt, am Ende doch noch aufzusteigen, wird dabei allenfalls für die nötige Würze sorgen. Denn klar ist auch, dass – abgesehen davon, dass wir erst einmal die 4 Punkte einfahren müssen, was keineswegs ein Selbstläufer sein wird – in den anderen Begegnungen wirklich so ziemlich alles äußerst glücklich für uns laufen muss, wenn sich uns wirklich noch mal eine reelle Chance zum Wiederaufstieg bieten soll. Wir tun sicherlich gut daran, einfach entspannt zu bleiben und möglichst gutes Schach zu spielen. Nichtsdestotrotz ist es schon faszinierend, dass zwei Runden vor Schluss die ersten sechs Mannschaften (wir sind aktuell trotz des erneuten Sieges gegen einen Tabellenzweiten immer noch Fünfter) theoretisch noch aufsteigen können. Für Spannung ist also gesorgt- und das ist in unseren spielerischen Breitengraden definitiv das Wichtigste!


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ZWEITE:

Das erste Endspiel wurde gewonnen!

Bericht von Christian Greiser

Wie bereits häufiger in der jüngsten Zeit festgestellt wurde, erforderte die Lage im Abstiegskampf der Landesliga von der ZWEITEN einen Sieg in der 7. Runde im Kampf gegen den Mitabstiegskonkurrenten Chemie Weißensee. Und die ZWEITE hat geliefert …

Und das, obwohl die Weißenseer nominell einen Tick stärker besetzt sind, was sich vor dem Kampf entsprechend in Mannschafts- bzw. Brettpunkten (+2 MP bzw. +5 BP) ausdrückte. Aber im Abstiegskampf sind neben der reinen Spielstärke auch Kampf- und Nervenkraft notwendig, ganz zu schweigen vom Glücksfaktor. Dass die ZWEITE den Abstiegskampf angenommen hat, beweist unter anderem die Mannschaftsbesprechung vom Freitag vor der Runde. Hierbei wurde eine Matchstrategie entwickelt, die zu einem großen Teil auch erfolgreich umgesetzt werden konnte. Im Einzelnen:

Am 8. Brett überspielte David seinen Gegner mit Weiß nach allen Regeln der Kunst. In einer zweischneidig angelegten Partie erlangte David schnell die Initiative und einige ungenau Züge von Schwarz sorgten für ausreichend Angriffsmarken am schwarzen Königsflügel. Einmal ins Rollen gekommen war der Angriff, eingeleitet mit einem Springeropfer, nicht mehr zu stoppen. Als sich der Rauch verzogen hatte, war Davids Materialvorteil so groß, dass sich ein Weiterspielen für seinen Gegner nicht mehr lohnte. Den Partieverlauf beschreibt der Sieger mit den folgenden Worten:

Die Eröffnung war Italienisch und nach dem Standardzug Sf1 habe ich (à la Sergey Tiviakov) g4! eingestreut nebst Sg3 und anschließend g5 und die Stellung war quasi platt, da er sich schon mit Kh7 und h6 geschwächt hatte. Zwei kleinere Fehler (falscher Plan) und ein großer (Fehler) haben dann recht schnell zu einer gewonnenen Stellung für mich geführt.“ 1:0

Am 1. Brett wollte und sollte Franko nach aktivem Spiel streben getreu dem Motto: „Angriff ist die beste Verteidigung!“. Er erzielte nach eigener Einschätzung als Schwarzer in einer sich symmetrisch entwickelnden Englischen Eröffnung erst im damenlosen Mittelspiel völligen Ausgleich. Ein Ungleichgewicht entstand als Franko mit zwei starken Läufern agieren konnte, dafür aber eine zersplitterte Bauernstellung am Königsflügel in Kauf nehmen musste. Die aufkeimende Dynamik neutralisierte der Gegner aber geschickt, und man fand sich in einem Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern wieder, in welchem die Akteure sich schnell auf ein Remis einigten. 1,5:0,5

Am 3. Brett war Guido etwas weniger Angriffsorientierung nahegelegt worden, was er mit den folgenden Worten beschreibt:

Nachdem mir Mannschaft und Wirklichkeit ins Gewissen redeten, habe ich mich diesmal entschlossen keine unbekannten Gegenden aufzusuchen, sondern mich solide-normal zu entwickeln, also wieder Caro-Kann. Obwohl ich zwischendurch etwas schlechter stand, konnte ich meine Stellung halten, allerdings war mehr als Remis zu keiner Zeit im Bereich des Möglichen.“ 2:1

Am 2. Brett galt für Stefan die Devise mit den weißen Steinen bei passender Gelegenheit die Chance zur Attacke zu ergreifen. Sein Gegner hat als Schwarzer im angenommenen Damengambit selbst eine Gambitvariante gespielt und kam aus der Eröffnung mit einer Verluststellung (Qualitäts- und Bauernverlust), aber aktivem Figurenspiel, heraus. Ausgangs des Mittelspiels entstand die folgende Stellung nach dem 32. Zug von Schwarz:

Stefan Prange (WeDa) versus Andreas Kunz (ChWe) 1/2 : 1/2

O-Ton Stefan: „In dieser Stellung wurden nach 33. Tc1 Lf4 34. Td1 Ld6 die Züge wiederholt. Ich hatte Sorge, dass ich die Stellung „überziehe“ und habe irgendwie gedacht, dass ich den Springer nicht schlagen darf (zuvor, als noch ein Springer auf b4 stand, waren mit Tc2+ und Ta2:# Mattmotive da). Dabei gewinnt 33. Sd5 sehr einfach: 33. … Tc2+ (Frage: „Gibt ihm das nicht zu viel Spiel?“ Antwort: „Nein, denn nach 34. Ka1 ed5: gewinnt 35. b4 sehr einfach.“). Auch ist das möglich Endspiel nach z.B. 33. Tf3 Lb4 34. Tc1 Lc3:+ 35. Thc3: Sc3: 36. Tc3: Tc3: 37. Kc3: für Schwarz verloren, da der Springer auf a3 gefangen ist.“ 2,5:1,5

An Brett 5 konnte Bruno mit Schwarz nach einem wechselhaften Spielverlauf einen halben Punkt sichern. Obwohl gut in der Eröffnung gestartet, unterlief ihm nach zehn Zügen ein Lapsus, den sein Gegner allerdings nicht ausnutzte. Dieses Kompliment erwiderte Bruno dann allerdings im Verlaufe der Partie in einer für ihn aussichtsreichen Stellung, sodass es zu einem reinen Damen-Bauern-Endspiel kam, in dem keiner der Kontrahenten einen Vorteil mehr für sich reklamieren konnte. 3:2

Am 6. Brett opferte Peter mit Weiß nach seinen eigenen Worten in der Eröffnung einen Bauern und erhielt dafür ein starkes Zentrum sowie das überlegene Figurenspiel. In klar besserer Stellung und mit schwindender Zeit passierte dann ein typischer Fehler – den zweiten Zug vor dem ersten gemacht – Schwarz konnte sich befreien, alle gegnerischen Angriffsversuche vereiteln und in ein vorteilhaftes Endspiel abwickeln, das nach einem Qualitätsgewinn für ihn einfach gewonnen war. 3:3

Am 4. Brett hatte es Ralf mit einem kuriosen Spielverlauf zu tun. Er spielte mit Weiß einen Grünfeldinder im Anzug, wobei er die Eröffnung zu passiv gestaltete und in eine nachteilige Position geriet. Sein Gegner lehnte zwei Remisangebote ab und hatte bis zur Zeitkontrolle eine vorteilhafte Position. Ralfs hartnäckige Gegenwehr zahlte sich aber schließlich doch aus, als sein Gegner im Endspiel seinen Turm selber einsperrte und die Qualität verlor – ein vorentscheidendes Spiel in diesem Match. 4:3

Am 7. Brett hatte es Berichterstatter Christian mit einem Gegner zu tun, mit dem ihn angenehme Erinnerungen verbanden (Technischer KO im Endspiel vor vier Jahren). Diesmal wurde es deutlich komplizierter. Nach passabler Eröffnung lief beim Übergang ins Mittelspiel etwas schief und nach dem selbiges übersprungen worden war (Damen und Läufer wurden binnen fünf Zügen generalabgetauscht), landeten die Kontrahenten in einem für Weiß vorteilhaften Endspiel mit T-S-4B gegen T-wL-3B. Dass sich die jeweils verbundenen Bauern allesamt auf dem Königsflügel befanden, durfte als zusätzlicher Bonus für Weiß betrachtet werden. Aber wie sich das Endspiel so entwickelte, verschwand neben den Türmen ein Bauer nach dem anderen, ohne dass Weiß einen substantiellen Vorteil herausholen konnte. Das nachstehende Foto dokumentiert die Stellung nach dem 102. Zug von Weiß.

„Auch im Schach führen zuweilen viele Wege nach Rom, aber Schwarz fand eine besonders originelle Lösung, um seinen Gegner davon zu überzeugen, dass das Endspiel mit Springer und Bauer gegen den Läufer nicht zu gewinnen ist: Nachdem er den Springer mit dem vorausgegangenen 101. …Lb1-d3 zur völligen Bewegungsunfähigkeit verdammt hatte, ignorierte er nach dem soeben gespielten 102. Kf4-e3 den Angriff auf seinen Läufer in der abgebildeten Stellung mittels 102. … Kg6!“ (Foto und Bilduntertext: Heinz Uhl)

4,5:3,5

Fazit und Ausblick

Zuversichtlich macht, dass sich die ZWEITE auf den Punkt konzentrieren kann. Mit dem notwendigen Quäntchen Glück wurde ein Mannschaftssieg errungen, mit dem die Chance auf den Klassenerhalt gewahrt wurde. Allerdings müssen auch im kommenden, dem zweiten Endspiel gegen Queer-Springer viele Faktoren zusammen spielen, um ein erfolgreiches Ende dieser BMM-Saison zu erreichen. Dazu gehört – neben der Mobilisierung der stärksten Spieler – auch die Unterstützung der ERSTEN, die in Runde 8 gegen Chemie Weißensee anzutreten hat.


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DRITTE:

Arbeitssieg gegen Turbine

von Cord Wischhöfer

Die dritte Mannschaft musste in der siebten Runde der BMM gegen Rotation Turbine II antreten. In der Aufstellung

1. Heerde, T.
2. Wischhöfer, C.
3. Biebelmann, G.
4. Oginski, U.
5. Kögler, T.
6. Boehne, S.
7. Radke, R.
8. Gelman, J.

waren wir an allen Brettern nominell unseren Gegnern überlegen, was sich aber nicht unbedingt in den Stellungen niederschlug.

Einzig Josef an Brett 8 hatte seinem Gegner schon nach einer halben Stunde einen Turm abgeluchst und die Partie in Schnellschachmanier gewonnen. Das kommt davon, wenn man sich wie sein Gegner gegen einen Jugendlichen auf’s Blitzen einlässt. Danach dauerte es natürlich eine ganze Weile, bis sich die nächsten Ergebnisse einstellten: Ein Remis von Sebastian, der nach frühem Bauernraub in der Eröffnung in eine schlechtere Stellung geraten war, aber dessen Gegner offenbar friedlich gestimmt war. Ein Remis von Thommy,  der zwar mit seiner Dame in die gegnerische Stellung eingedrungen war, aber dort allem Anschein nach nichts effektiv ausrichten konnte: 2:1. Dann verlor Gerd in seiner seit einem Eröffnungsfehler schlecht stehenden Partie zunächst eine Qualität im Endspiel und dann jegliche Chance auf Gegenspiel, so dass hier nichts mehr zu machen war. 2:2 als Zwischenstand war nicht schlimm, aber auch nicht sonderlich erbaulich.

Jetzt jedoch gewann Robert im Endspiel einen Springer seines Gegners und brachte uns damit auf die Siegerstraße. Er war es auch, der als nächster einen ganzen Punkt einfuhr: 3:2. Dann konnte ich in meiner mit Weiß geführten Altindischen Partie im Mittelspiel unter Materialgewinn einen Freibauern nach c7 bringen und die nachfolgende Gegenwehr meines Gegners neutralisieren. Nach einem weiteren Qualitätsgewinn im Endspiel war die Partie vorbei: 4:2. Thomas beendete seine Partie als Vorletzter von uns. Mit Schwarz in einem sizilianischen Drachen mit beiderseits kurzen Rochaden hatte er eine eher positionelle Partie gespielt, bei der letztendlich ein starker schwarzer Freibauer in der B-Line der dominante Faktor wurde: 5:2. So blieb es an Ulrich in einer ziemlich verschachtelten Position à la Karlsbader Variante des Damengambits, allerdings mit eigenem Mehrbauern, den Gegner auf die Probe zu stellen. Dieser hielt stand, so dass am Ende ein letztes Remis heraussprang. Endergebnis 5,5:2,5.

In der achten Runde geht es nun am 12.02.2017 gegen Chemie Weißensee II, die mit ebenfalls 37,5 Brettpunkten, aber einem Mannschaftspunkt mehr als wir (nämlich 13), das Maß aller Dinge in der Klasse 1.1 sind. Nur wenn wir die starken Ostberliner schlagen, können wir zurück in die Stadtliga aufsteigen. Es wird also spannend.


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FÜNFTE:

Ein Held und eine Geheimwaffe

Bericht von ML Konrad Wozniak

Tiefenentspannt“ konnte die FÜNFTE, den Worten des Externen Spielleiters gemäß, am Sonntag in die siebte BMM-Runde gehen. Das offizielle Saisonziel war erreicht, es ging nur noch darum, einfach Schach zu spielen und Spaß daran zu haben. Ausgangsbedingungen, wie man sie sich angenehmer kaum wünschen kann. Spannend wurde das Match gegen die dritte Mannschaft des VfB Hermsdorf zum Schluss trotzdem.

Sehr „entspannt“ ließ es mein Gegner angehen, indem er gar nicht erst erschien. Besonders erfreut war ich natürlich nicht darüber. Klar, wir hatten schnell einen Punkt auf unserem Konto, aber eigentlich steht man ja sonntags nicht deshalb in solcher Herrgottsfrühe auf, um die Grundstellung anzustarren…

Zumindest hatte ich auf diese Weise genug Zeit, mir die übrigen Partien anzusehen. Erik, Oliver und Leon einigten sich mit ihren Gegnern nach mehr oder weniger langem Kampf allesamt auf remis. Ein richtiges Feuerwerk gab es dafür am Brett von Björn zu bestaunen: Der interpretierte den Aufruf zur entspannten Herangehensweise nämlich so, dass er in bester Christos-Manier dem Prinzip: „Erst opfern, dann rechnen“ folgte und „eher intuitiv“ (Zitat Björn) einen Springer (aus dem dann geplanter Weise ein Turm wurde) für starken Angriff gab. Folgerichtig bestanden die nächsten zwanzig Züge aus Sicht seines Hermsdorfer Rivalen aus einer Abfolge von höchst brenzligen Situationen, die sehr schnell ins Auge gehen konnten… Der Rivale erwies sich jedoch als zäher und präziser Verteidiger, sodass Björn nach langem Dauerfeuer sein Pulver schließlich doch gänzlich verschossen hatte und ihm nur eine eindeutige Verluststellung übrig blieb. Schade, aber Spaß beim Zuschauen hat es dennoch gemacht!

Leider folgte auf diese Niederlage rasch eine zweite: In einer für ihn sogar leicht besseren Stellung (zumindest nach meiner Einschätzung) übersah Thomas eine gegnerische Drohung auf der Grundreihe und nahm deshalb bei einer Abtauschaktion ganz „entspannt“ mit dem Turm statt mit der Dame, wonach die Partie wegen einer unparierbaren Mattdrohung sofort verloren war. Hermsdorf führte nun mit 3,5 : 2,5

Zum Glück hatten wir aber noch unsere Geheimwaffe an Brett 8! Dort schob nämlich zum ersten Mal in dieser Saison Mathias die Figuren – und er tat es sehr erfolgreich, wodurch sich zum Zeitpunkt unseres Rückstandes dort bereits ein Sieg abzeichnete.

Damit standen wir vor einer Situation, wie wir sie bereits ganz ähnlich in der vierten Runde erlebt hatten: Das Match sollte am ersten Brett von Marcus entschieden werden, das eine ausgeglichene Stellung im späten Mittelspiel zeigte. Genau wie damals entschied ich mich deshalb – trotz aller Entspanntheit – dazu, die Sicherheit (1 MP) dem Risiko (0 oder 2 MP) voranzustellen und bat Marcus, remis zu bieten. Sein Gegner wollte jedoch weiterspielen …

Es verstrich noch etwas Zeit, Mathias hatte seine bessere Stellung inzwischen sicher nach Hause gebracht, es stand 3,5 : 3,5 und am ersten Brett wurde es spannend. Durch hochpräzises Spiel baute Marcus die ausgeglichene Position Zug für Zug Richtung Vorteil aus während sein Gegner Zug für Zug Richtung immer größerer Zeitnot abdriftete, was ihn schließlich dazu veranlasste, doch noch remis zu bieten. Da ich immer noch im Absicherungsmodus war und die Stellung unterm Strich als nach wie vor ungefähr ausgeglichen beurteilte, bat ich Marcus, das Angebot anzunehmen. Marcus selbst schätze die Lage jedoch anders ein und glaubte fest daran, die Partie gewinnen zu können. Also spielte er weiter und traf damit eine goldrichtige Entscheidung – bei immer stärker zusammenschmelzenden Minuten auf seiner Uhr konnte der Hermsdorfer Vordermann die Stellung bald nicht mehr halten – und gab schließlich auf – Endstand 4,5 : 3,5 Mannschaftssieg!!

Fazit: „Ich spiel dann jetzt!“ soll Günter Netzer, wie Fußballfreunde sicher wissen werden, im DFB-Pokalfinale 1973 zu seinem Trainer Hennes Weisweiler gesagt, und sich anschließend entgegen dessen Anweisung selbst für den das Spielfeld verlassenden Christian Kulik eingewechselt haben … Drei Minuten später versenkte er dann den Ball im Netz des Kölner Keepers zum 2 : 1-Endstand, damit zum großen Sieg für seine Borussia Mönchengladbach und wurde so zum Helden des Tages. „Ich spiel das jetzt!“ dachte sich wohl auch Marcus an diesem Sonntag zu seiner besseren Stellung, als er entgegen der unvernünftigen Einschätzung des mal wieder viel zu stark von Sicherheitheitsdenken geleiteten Kapitäns, das gegnerische Remisangebot ablehnte. Und auch er behielt damit Recht und wurde zum Helden des Tages, der der FÜNFTEN – auch dank des vorher eingefahrenen Punktes unserer Geheimwaffe Mathias – ihren dritten Saisonsieg bescherte. Dadurch steht die Mannschaft zwei Spieltage vor Schluss auf einem sehr guten vierten Tabellenplatz. Und kann natürlich immer noch tiefenentspannt bleiben …


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Ein Kommentar zum Beitrag “BMM 2016/17 – 7. Runde: +6 =0 -0: Kämpfen lohnt sich … (4. Aktualisierung)

  1. Zu den rechnerischen bzw. theoretischen Aufstiegschancen der Ersten:
    Laut LigaOrakel betragen diese nach zuletzt nur 4,6 % nun immerhin schon wieder 13,5 % (die der Zweiten auf den Klassenerhalt übrigens 67,9 %).
    Sicherlich werden wir aber gut daran tun, der von unserem „Käpt’n“ in seinem Bericht empfohlenen Marschroute zu folgen …

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