NDVM u12w/u16w 2021 – Wir sind Norddeutsche Meisterinnen in der AK u12w

Unser Siegerteam in der u12w: Elisabeth, Rosalie, Maria, Alamea und Yiyi (v.l.n.r.)

Mit 10 zu 0 Mannschaftspunkten und damit der perfekten Punkteausbeute holte sich unsere u12w-Mannschaft souverän den Meisterinnen-Titel und qualifiziert sich damit für die DVM u12w im Dezember in Neumünster. Und auch unser u16w-Team sicherte sich in einer spannenden Schlussrunde mit einem Mannschaftssieg den 4. Platz und damit ebenfalls die Qualifikation zur DVM u16w. Nebenbei gewannen unsere Mädels auch das Ersatzspielerinnen-Turnier, an welchem von Runde zu Runde unsere fünften Spielerinnen teilnahmen.

Ein rundum erfolgreiches Wochenende für alle Beteiligten also – und das auch, weil die wenigen skeptischen oder noch müden Blicke bei der Begrüßung am Morgen vor Turnierbeginn rasch einem fröhlichen und gelungenen Miteinander wichen.

NDVM u16w

Unsere u16w-Mannschaft: Bhuvi, Nare, Linnea und Sophia (v.l.n.r.) – es fehlt: Lotti

Die Mädels in der u16w freuten sich vor allem endlich wieder ein paar Partien am Brett spielen zu können – an sechs von sieben Mannschaften gesetzt, waren ein Platz auf dem Treppchen oder die Qualifikation zur DVM seitens des Trainerteams nicht unbedingt eingeplant, aber natürlich im Bereich des Möglichen. Da Coco ab Donnerstag in einer Mannschaft in der offenen Altersklasse u16 versucht sich für die DVM u16 zu qualifizieren, stand sie für die u16w dieses Jahr leider nicht zur Verfügung. Mit Lotti und Linnea wurde das u16er-Team sogar mit zwei u10er-Mädels verstärkt.

In Runde 1 gelang gegen den Lübecker SV bereits die erste kleine Überraschung: Mit einem 2 zu 2 wurde einer Mannschaft aus der oberen Hälfte ein Mannschaftspunkt abgenommen. Besonders Lotti und Sophia überzeugten mit ihren Partien; Bhuvi und Nare hatten es mit deutlich stärkeren Gegnerinnen zu tun und verloren beide knapp.

In Runde 2 verloren unsere Mädels etwas unglücklich gegen den SC Papenburg. Bhuvi und Nare kämpften beide mit guten Partien gegen wieder deutlich stärkere Gegnerinnen; Lotti hatte ihre Gegnerin jederzeit im Griff und holte den einzigen Brettpunkt in dieser Runde. Linnea übersah leider ein Matt in 1 mit der gegnerischen Dame, die einmal diagonal über das ganze Brett ihren König angriff – Kramnik vs. Deep Fritz 2006 ließ grüßen.

Unsere u16w-Mannschaft in der 2. Runde: Linnea, Lotti, Nare und Bhuvi (v.l.n.r.)

In der 3. Runde gab es dann die erste deutliche Niederlage an den Brettern gegen die Berliner Konkurrenz SC Borussia Lichtenberg. Bhuvi, Nare und Sophia verloren recht deutlich, aber Linnea hatte ihre Gegnerin voll im Griff und überzeugte vor allem im Endspiel, welches sie souverän zum Sieg abwickelte.

Mit 1 zu 5 Mannschaftspunkten bekamen die Mädels dann am Sonntagnachmittag in der 4. Runde frei und erhielten 2 Mannschaftspunkte von spielfrei geschenkt. Dies und die Ergebnisse der anderen Mannschaften eröffneten auf einmal die Möglichkeit doch noch auf dem 4. Platz zu landen und sich somit für die DVM u16w zu qualifizieren. Diese Möglichkeit wurde am Sonntagabend beim Lichess-Liga-Treffen mit Bhuvi und Sophia besprochen: In der letzten Runde musste unbedingt noch gewonnen werden!

In der Schlussrunde bekamen unsere Mädels dankenswerterweise eine eher leichte Mannschaft zugepaart – mit dem Wunsch der Qualifikation musste dieser Wettkampf unbedingt gewonnen werden. Der SK Lehrte war zwar offiziell an sieben, also hinter unserer Mannschaft gesetzt, aber Wertungszahlen sagen nach gut anderthalb Jahren Schachpause gerade nicht allzu viel aus. Leider verlor Nare bereits aus der Eröffnung heraus ihre Partie, so dass es schnell 0 zu 1 gegen unsere Mädels stand, was den Druck auf die anderen drei erhöhte. Sophia fand glücklicherweise die richtige Antwort auf einen taktischen Trick ihrer Gegnerin und auf einmal stand sie nach druckvollem Spiel der Gegnerin auf Gewinn. Und auch Linnea überzeugte wieder im Mittel- und Endspiel und überspielte ihre Gegnerin. Also hing alles an Bhuvi – sie durfte auf keinen Fall ihre Partie verlieren, damit unsere Mädels die Mindestvoraussetzung zur Quali erfüllen konnten. Bhuvi spielte wie immer sehr aktiv, stand auch ziemlich gut, ließ dann aber Gegenspiel ihrer Gegnerin zu und die Partie begann zu kippen. Nach knapp 4 Stunden einigten sich beide allerdings auf remis – und der Mannschaftssieg war erreicht. Und tatsächlich spielten alle anderen Mannschaften so, dass es für unsere Mädels günstig war. Insbesondere schaffte der Hamburger SK einen Sieg gegen die Mädels von Borussia und so zogen unsere Mädels noch mit 5 zu 5 Mannschaftspunkten an Borussia, Lehrte und Lübeck vom 7. Platz nach Runde 4 auf den 4. Platz nach Runde 5 vorbei.

Diskussionswürdig ist natürlich der Umstand, dass fünf von sieben Mannschaften spielfrei hatten und nur die souveränen Siegerinnen vom SV Königsjäger Süd-West (10 MP) mit den ehemaligen Weissen Damen Dascha und Luise und die Borussia-Mädels ohne die 2 zusätzlichen Mannschaftspunkte auskommen mussten – vor allem, weil die Borussia-Mädels unsere Mannschaft am Brett deutlich geschlagen haben. Doch die Bourssia-Mädels hatten die Quali in der letzten Runde selbst in der Hand und ein Mannschaftsunentschieden hätte ihnen schon gereicht.

Fazit: Bhuvi und Nare hatten an den ersten beiden Brettern jede Runde deutlich stärkere Gegnerinnen – ihre Endergebnisse sind an sich schon in Ordnung. Nichtsdestotrotz haben beide gute Partien gespielt – durchaus auch mit besseren Stellungen, die aber noch nicht so richtig umgesetzt werden konnten. Sophia und unsere beiden u10-Mädels Lotti und Linnea haben alle drei überzeugende Partien gezeigt und lieferten die entscheidenden Punkte in der 1. und 5. Runde. Im Großen und Ganzen haben sich die fünf Mädels sehr gut geschlagen und die Quali zur DVM u16w in Berlin ist da natürlich der krönende Abschluss.

Herzlichen Glückwunsch!

Brett/Runde1.2.3.4.5.Ergebnis
1. Bhuvana Reddi000+½0,5/4
2. Nare Grigoryan000+00/4
3. Sophia Bauer1(1)0+12/3
4. Charlotte Zhou11+2/2
5. Linnea John0112/3
Mannschaftsergebnis2 BP – 1 MP1 BP – 0 MP1 BP – 0 MP4 BP – 2 MP2,5 BP – 2 MP5 MP – 4. Platz
Ergebnisse SC Weisse Dame

NDVM u12w

Unsere zweite u12w-Mannschaft: Barbara, Sofia und Barin (v.l.n.r.) – es fehlt: Nataliia

Das Ziel der Mädels der ERSTEN in der u12w war von Anfang an klar: Qualifikation zur DVM u12w. Bei fünf Qualifikationsplätzen in einem 8er-Mannschafts-Turnier und Setzlistenplatz 1 hätte aber auch schon sehr viel schief gehen müssen. Die Mädels der ZWEITEN in der AK u12w sollten vor allem wieder Spielpraxis sammeln – die Quali einer zweiten Mannschaft zu einer DVM in der selben AK ist sowieso nicht erlaubt.

In der 1. Runde wartete für die ERSTE eine Pflichtaufgabe gegen den SV Werder Bremen, welche auch souverän erfüllt wurde. Nur Rosalie einigte sich mit ihrer Gegnerin auf remis, während Yiyi, Alamea und Maria ihre Partien sicher gewannen. Und auch die Mädels aus der ZWEITEN zeigten tolle Partien gegen den Hamburger SK, die zwar noch nichts Zählbares brachten, aber das Potenzial unserer Mädels zeigten. Die erste Partie war erst nach mehr als einer Stunde beendet – in der AK u12 durchaus ungewöhnlich, rechneten die Trainer doch nur mit maximal 30 Minuten Pause nach Rundenbeginn.

Ein noch deutlicheres Ergebnis lieferte die ERSTE in der 2. Runde. Mit Siegen an allen Brettern schlugen die Mädels die befreundete Berliner Konkurrenz der TSG Oberschöneweide sehr deutlich. In der ZWEITEN deutete sich gegen die Schachzwerge Magdeburg an, wer in der Pandemie-Zeit doch zu Hause die eine oder andere ernsthafte Partie gegen Familienmitglieder gespielt hat: Sofia und Barin überzeugten mit ihrer Partieanlage, auch wenn es in dieser Runde nur für Barin zu einem Punkt reichte. Barbara und Nataliia achteten noch nicht so sehr auf die Drohungen ihrer Gegnerinnen.

Brett 4 und 3 unserer zweiten u12w-Mannschaft in der 2. Runde: Nataliia und Barbara (v.l.n.r.)

Durch die beiden Mannschaftssiege der ERSTEN war die Quali zur DVM u12w bereits am ersten Tag erreicht – ein neues Ziel musste her: Jetzt wollten die Mädels Norddeutsche Meisterinnen werden!

Der zweite Tag war der wichtigste für unsere ERSTE, denn in Runde 3 und 4 traf die Mannschaft auf die beiden bzgl. der DWZ besten Mannschaften des Turniers – natürlich nach unserer ERSTEN selbst. In Runde 3 trafen die Mädels auf den SC AGON Neumünster, welcher mit Diana Kopylov eine Spielerin aus der Schachfamilie Kopylov aufgestellt hatte. Yiyi verlor in einer bzgl. der Bauernstruktur eher strategischen Partie erst eine Qualität, gewann später wieder Material zurück, stellte dann aber in einer unübersichtlichen Stellung eine weitere Leichtfigur ein, welche ihre Gegnerin sicher verwertete. Rosalie, Alamea und Elisabeth gewannen aber ihre Partien gegen ungefähr gleichstarke Gegnerinnen und brachten so den Mannschaftssieg nach Hause. In der ZWEITEN holten alle unsere Spielerinnen einen Punkt und gewannen so mehr als souverän 4 zu 0 gegen den SK Lehrte.

In der 4. Runde sicherte sich unsere ERSTE ebenso deutlich mit 3 zu 1 den Mannschaftssieg gegen den Hamburger SK. Alamea verlor etwas unglücklich ihre Partie, denn gerade als sie dachte, sie würde den gegnerischen König mattsetzen, übersah sie, dass der gegnerische König ihren Läufer einfach schlagen konnte. Zwar hatte Alamea mit ihren gebildeten Freibauern noch ziemlich viel Gegenspiel auf dem Brett, aber spätestens als noch die Qualität weg war, war auch die Partie verloren. Auch Yiyi musste einen Schreckmoment am Brett überstehen: Sie bot ihrer Gegnerin die Damen zum Tausch an, was auch angenommen wurde. Als sie mit ihrem Turm die gegnerische Dame zurückschlagen wollte, warf sie einen direkt daneben stehenden gegnerischen Bauern um, stellte ihren Turm zurück auf das Ausgangsfeld und stellte den gegnerischen Bauern wieder auf. Im Zuge dessen reklamierte die Gegnerin „berührt-geführt“, aber die Betreuerin der HSK-Mädels klärte am Ende die Situation, indem sie mit ihrer Spielerin besprach, dass aufgrund der vorangegangenen Zugfolge Yiyi ganz offensichtlich nicht den Bauern, sondern die Dame schlagen wollte. Das entstandene Endspiel verwertete Yiyi dann wieder völlig problemlos. Nachmittagsrunde war TSG Oberschöneweide-Runde: Unsere ZWEITE spielte eben genau gegen jene O’weiderinnen. Insbesondere Barin überzeugte wieder vor allem taktisch in ihrer Partie; Sofia profitierte von der planlosen Verwertung einer Mehrfigur der Gegnerin und sicherte durch aktives Figurenspiel und späterem Damengewinn so das 2 zu 2.

Aufgrund der Ergebnisse der anderen Mannschaften stand nach dem zweiten Tag auch bereits fest, dass unsere u12-Mädels nicht mehr einholbar waren und somit der Titel Norddeutsche Meisterinnen u12w 2021 sicher war. Wieder musste ein neues Ziel her: Jetzt wollten die Mädels mit 10 zu 0 Mannschaftspunkten das Turnier gewinnen.

In der letzten Runde zeigte dann unsere ERSTE noch einmal in voller Mannschaftsstärke, wie man souverän Meister wird: Ein nie gefährdeter 4 zu 0 Sieg gegen die Schachzwerge Magdeburg rundeten das tolle Mannschaftsergebnis noch einmal ab. In der ZWEITEN bahnte sich gegen den SC AGON Neumünster eine Überraschung an: Nataliia verlor zwar schnell ihre Partie, weil sie sich zwischen Matt vermeiden oder Figur decken für die falsche Option entschied, aber Barbara glich kurz darauf wieder aus. Später kam auch Sofia mit einem ganzen Punkt aus dem Spielsaal und Barin hatte somit den Mannschaftssieg in der Hand. Barin kombinierte der bereits erwähnten Diana Kopylov erst einen Bauern weg und hatte später eine wirklich tolle Mattidee, die mindestens in Materialgewinn hätte enden können und welche mit der Ablenkung des gegnerischen Turms von der 7. Reihe begann. Leider deckte die gegnerische Dame einmal diagonal über das Brett einen wichtigen Bauern, so dass der geopferte Läufer einfach weg war. Die Mehrfigur verwerte die Gegnerin dann einfach. Das Mannschaftsunentschieden war aber dennoch ein tolles Ergebnis.

Fazit: Unsere Spielerinnen der ERSTEN erzielten alle Top-Ergebnisse. Vor allem Maria und Elisabeth mit ihren jeweils 100% seien nochmals extra erwähnt. Der Start-Ziel-Sieg mit 10 zu 0 Mannschaftspunkte und drei Mannschaftspunkten Vorsprung auf die zweitplatzierte Mannschaft war nie gefährdet. Eine tolle Leistung der Mädels! In der ZWEITEN überzeugten spielerisch vor allem Sofia und Barin, die beide immer sehr lange und entsprechend wertvolle und erfolgreiche Partien gespielt haben. Barbara und Nataliia konnten endlich wieder Spielpraxis am Brett sammeln; ihre Partieanlagen und ihre taktischen Fähigkeiten verbesserten sich dabei von Partie zur Partie merklich. Das Glück, dass die u16w-Mannschaft hatte, bekam die ZWEITE der u12w nicht – ansonsten wären die Mädels nochmal ein, zwei Plätze weiter vorn gelandet. Für die ERSTE heißt es jetzt, sich auf die DVM u12w in Neumünster vorzubereiten.

Herzlichen Glückwunsch!

Pausengestaltung am Flipchart: Alles, was die Mädels so beschäfigt. 😉
Brett/Runde1.2.3.4.5.Ergebnis
1. Rosalie Schülke½1113,5/4
2. Yiyi Xiao110114/5
3. Alamea Kremling11013/4
4. Maria Terekhin11114/4
5. Elisabeth Belkina(1)111(1)3/3
Mannschaftsergebnis3,5 BP – 2 MP4 BP – 2 MP3 BP – 2 MP3 BP – 2 MP4 BP – 2 MP10 MP – 1. Platz
Ergebnisse SC Weisse Dame 1
Brett/Runde1.2.3.4.5.Ergebnis
1. Sofia Hovhannisyan001113/5
2. Barin Kahlaee Semnani11103/4
3. Sophie Grigorova0/1
4. Barbara Schumacher001012/5
5. Nataliia Tkalina001001/5
Mannschaftsergebnis0 BP – 0 MP1 BP – 0 MP4 BP – 2 MP2 BP – 1 MP2 BP – 1 MP4 MP – 7. Platz
Ergebnisse SC Weisse Dame 2

Alle Ergebnisse und weiteren Informationen sind auf der Turnierseite der NDVM u12w/u16w/u16 auf Homepage der Schachjugend in Berlin einsehbar.