DVM u14w in Neumünster – 7. Platz!

Nach der Siegerehrung in Neumünster (v.ln.r.): Anna, Shandy, Sophie und Gina

Am Ende belegen die Mädels den 7. Platz und werden beste Berliner Mannschaft! Sie verloren nur einen einzigen Wettkampf (gegen Papenburg) und schafften die Unentschieden gegen die beiden Top-gesetzten Mannschaften (OSG Baden-Baden und USV Halle). Glückwünsche gehen an die Deutschen Meisterinnen in der u14w, die OSG Baden-Baden, die in der 1. Runde ihren Mannschaftskampf verloren, in der 4. Runde gegen uns remisierten, ansonsten aber alle Wettkämpfe – insbesondere den entscheidenden in der letzten Runde gegen Stadtilm – gewannen. Die Thüringerinnen bekamen trotzdem noch Bronze, während Silber an unsere Letztrundengegner aus Halle geht!

Eine weitere Ehrung erhielt Anna, die mit ihren überragenden 6 Punkten aus 7 Partien am zweiten Brett den Brettpreis erhielt. Schon auf der NVM wurde sie beste Brettspielerein, allerdings dort am dritten Brett. Leider wurde sie um ihren triumphalen Moment gebracht, da der Moderator der Siegerehrung die falsche Spielerin nach vorn rief. Nachdem das Missverständnis aufgeklärt war, war das Publikum nicht mehr ganz so begeisterungsfähig. Deswegen an dieser Stelle: Anna, herzlichen Glückwunsch zu deinem überragenden Turnier!

Anna Gutmann – beste Spielerin am zweiten Brett mit 6 Punkten aus 7 Partien!

Auf der Rückreise gesellte sich dann ab Hamburg Hendrik zu unserer Reisegruppe und die Partien der letzten Runde wurden noch im Zug analysiert. So verging die Heimreise wie im Flug!

Alle Mädels kommen mit einem DWZ-plus nach Hause – bei Anna werden es über 150 sein, bei Gina und Sophie um die 50 und auch Shandy wird das ein oder andere Pünktchen erhalten. Mir hat die Betreuung vor Ort mit allen Höhen und Tiefen viel Spaß gemacht – gerne wieder! Und auch die Stimmung unter den Mädels war super!

Vielen Dank an alle, die uns unterstützt haben! Insbesondere Hendrik, der trotz Erkrankung vor jeder Runde die Schwächen der Gegnerinnen analysierte und die Mädels vorbereitete; Christian, der die Berichterstattung auf der Homepage vervollständigte, als ich in Neumünster keinen Internetzugriff hatte und Thorsten und Hendrik für ihre psychologische Unterstützung. Und danke an alle Leser, die den Mädels die Daumen gedrückt, mitgefiebert, Partien analysiert, … haben!

Gina und Anna bei der Vorbereitung; Hendrik ist im Laptop.

Runde 7: USV Halle – WeDa 2:2

Die Schlussrunde brachte den dritten Auftritt an den Live-Brettern. Eine Punkteteilung gegen den Topfavoriten ist aller Ehren wert und bereits ein großer Erfolg. Insgesamt hat das Auftreten unser Mädels viel Spaß gemacht. Platz 7 liegt deutlich über den Erwartungen; vor allem wenn man berücksichtigt, dass gegen vier (!!!!) der sechs Topplatzierten gespielt wurde.

Und wenn der Chronist sich nicht verzählt hat, dann hat Anna den Brettpreis am 2. Brett mit 6/7 gewonnen!

13:00 Uhr: Sophie verliert.

12:50 Uhr: Shandy verliert. Shandy spielte gegen ihre gemessen an der DWZ doppelt so starken Gegnerin eine so tollte Partie, dass sie als Schwarzspielerin die Initiative erlangte. Auch eine drohenden Figurengewinn mittels Fesselung verteidigte sie richtig gut. Leider zog der gegnerische König aus Shandys Sicht vor den Läufer, den sie dann nach eigener Aussage nicht mehr sah und wahrnahm. Aufgrunddessen ging dann doch ihr eigener Läufer und später die Partie verloren – auch wenn noch die ein oder andere Verteidigungsressource gefunden wurde.

12:45 Uhr: Die Zeitnotphasen sind vorbei und der Rauch hat sich verzogen; leider sieht der inzwischen wieder klare Blick zwei Verluststellungen für Sophie und Shandy. Es läuft auf eine Punkteteilung gegen den Topfavoriten hinaus. Sollte es so kommen, wäre dies allein schon ein großer Erfolg …!

12:15 Uhr: Anna gewinnt! Sophie hat mit zunehmender Zeitnot die Kontrolle verloren und steht klar schlechter; Shandys Partie könnte heute den Ausschlag geben, ob es einen Mannschaftspunkt gibt oder sogar zwei?! In Zeitnot hatte Sophie heute einen Black-Out. Sie sah mit nur zwei Minuten auf der Uhr, dass ihr Turm gefangen wird, fragte die Mannschaftsleiterin noch, ob sie Remis anbieten dürfe und stellte in ihrer Panik den ganzen Turm ein anstatt nur die Qualle zurück zu geben. Die entstandene Stellung war klar verloren. Anna fand in ihrer Partie nicht gleich den an etlichen Stellen funktionierenden Gewinnzug, doch auch die Gegnerin schien den nahenden Königstod nicht zu sehen. Als auf Annas Seite immer mehr Bauern verloren gingen, wurde schon gemutmaßt, ob Anna die Partie zu entgleiten drohte, doch dann fand sie endlich die spielentscheidende Idee. Kurz vor der Zeitkontrolle zerstörte sie mittels Figurenopfer die gegnerische Königsstellung und die Gegnerin gab sich nach selbiger geschlagen.

12:00 Uhr: Anna steht auf Gewinn, Sophie leicht besser und Shandy immer noch ausgeglichen; der Zeitfaktor wird zunehmend ins Spiel kommen … In der Nachbesprechung des Kampfs wurde klar, dass sich die ein oder andere auf die guten Stellungen der anderen Mannschaftskameradinnen verließ. Eventuell etwas zu früh in diesem Wettkampf. Sophie hatte zu diesem Zeitpunkt eine Qualität mehr, fand aber keinen richtigen Plan, diese zu verwerten. Über den direkten KO-Zug (vorübergehendes Figurenopfer mit anschließendem Bauerngewinn) dachte sie in dieser Zugfolge gar nicht nach, sonder stellte eher kurzzügige Drohungen auf, die aber die gegnerische Stellung verbesserten.

11:00 Uhr: Zeit für eine Prognose: „Heute Kinder, wird’s was geben …!“ Außerdem schien zum ersten Mal in Neumünster die Sonne – die Zeichen standen also auf Sieg!

10:50 Uhr: Bei Anna ist ein wildes Handgemenge entstanden; die Stellungsbewertung ändert sich von Zug zu Zug rasant. Sophies Gegnerin sollte langsam, aber sicher ihren König versuchen in Sicherheit zu bringen. Momentan steckt der nämlich noch in der Mitte fest. Shandy hat eine ausgeglichene Stellung auf dem Brett …

10:00 Uhr: Gina gewinnt! Endlich brachte Gina mal ihren Angriff aufs Brett. Die gegnerische Spielerin hatte in den vorhergehenden zwei Kämpfen eine Doppel-Null kassiert und war eventuell psychologisch etwas angeschlagen. Um keinen Bauern zu verlieren, stellte sie ihren Springer etwas zu weit nach vorne, doch Gina sah schon deutlich eher, dass dieser Rettungsversuch nicht funktionierte und anstatt eines Bauern  eine ganze Figur verloren ging. Dieser frühe Sieg gab den restlichen drei Mädels richtigen Auftrieb.


Denn auch die Schlussrunde bringt noch einen Live-Auftritt für die Weisse Dame. Die Gegnerinnen kommen vom USV Halle und sind das topgesetzte Team. Bange machen gilt trotzdem nicht – denn je stärker die Herausforderung, desto größer der Anreiz.


Das offizielle Team-Foto (v.l.n.r.): Gina Celina Gehrke, Shandy Liu, Anna Gutmann und Sophie Fayngold (Foto DSJ)

Vom 26. bis 30. 12. finden auch dieses Jahr wieder kurz nach Weihnachten in ganz Deutschland verteilt die DVMs (Deutsche Vereinsmeisterschaft) statt. Nachdem die Qualifikation zur DVM u14w bei der NVM im September in Berlin um einen Platz knapp verpasst wurde, erhielt unsere Mädchen-Mannschaft nach einigen Rückzügen von Mannschaften aus anderen Regionen Deutschlands, einen Freiplatz für die in Neumünster stattfindende Meisterschaft. Da Malina, die im September als Gastspielerin mit dabei war, leider nicht mitfahren konnte, verstärkt nun Gina Celina Gehrke vom SC Rochade Müncheberg die Mannschaft um Shandy Liu, Anna Gutmann und Sophie Fayngold. Claudia berichtet mehr oder weniger live aus Neumünster.

Brett Name 1 2 3 4 5 6 7 Σ
1 Gina Celina Gehrke (Gast) 0 0 1 0 1 0 1 3,0
2 Anna Gutmann 1 1 1 1 0,5 0,5 1 6,0
3 Sophie Fayngold 0 1 1 1 1 0 0 4,0
4 Shandy Liu 1 0 1 0 + 0 0 3,0
  Brettpunkte 2,0 2,0 4,0 2,0 3,5 0,5 2,0 16,0
  Mannschaftspunkte 1 1 2 1 2 0 1 8

Ergebnisse/Paarungen/Partien auf der Turnierseite der DSJ


Da das Internet am gestrigen Samstag (29.12.) hier vor Ort miserabel war (meine elektronischen Geräte schafften es sich nicht mehr mit dem WLAN zu verbinden und Neumünster bietet an etlichen Ecken im Mobilfunknetz nur den Edge-Standard), gibt es nur eine Kurzzusammenfassung:
Gegen Bad Homburg, die nur zu dritt vor Ort sind, holte Shandy am 4. Brett ganz schnell den ersten Punkt – Anwesenheit zum Rundebeginn genügte. Sophie brachte wieder das Brett zum Brennen. Mit ihrem Gespür für taktische Stellungen zerstörte sie nach einem Bauernangriff die Königsstellung der Gegnerin; der Monarch hatte keine Möglichkeit zu entkommen. Gina erreichte mit den schwarzen Steinen eine aktiv spielbare Stellung, dominierte die e-Linie und das Zentrum und nötigte die Gegnerin, die nicht mehr wusste, wie sie ihre Figuren entwickeln sollte, zu einem taktischen Patzer. Mit der Dame spießte Gina die beiden gegnerischen Türme auf, die sich nicht mehr gegenseitig decken konnten; ihre Gegnerin gab sofort auf. Anna spielte zum ersten Mal in einer praktischen die Maroczy-Struktur gegen einen Sizilianer und fand im Übergang zum Endspiel nicht die optimale Fortsetzung, mit der sie ihren Vorteil hätte festhalten können. Nachdem ihr letzter Turm getauscht war und sie mit Läufer und Springer gegen Turm und Bauer über blieb, war die Partie remis.

Der Sieg gegen Bad Homburg brachte den 5. Tabellenplatz ein; die Euphorie unter den Mädels war hoch, die Ziele für die letzten beiden Runden klar: Gewinnen! Die Auslosung der vorletzten Runde brachte auch den dankbaren Gegner Papenburg (ich hatte bereits zum Mittag vorausgesagt, dass wir noch gegen Papenburg und Halle spielen müssen, doch zuerst Papenburg und Halle in der letzten Runde schien mir die dankbarere Kombination).

Gegen die bis einschließlich der vierten Runde stark aufspielenden Papenburger – Papenburg hatte in der fünften Runde unglücklich an den Brettern, insbesondere am zweiten Brett wegen Zeitüberschreitung, verloren – gingen unsere Mädels dann deutlich zu hoch unter. Shandy spielte eine tolle Angriffspartie, in welcher sie den gegnerischen König fast Matt gesetzt hätte. Viele Ideen kamen aufs Brett: Zwischenzug mit Schach, Abzugsangriff, Mattkombinationen, Bauerndurchbrüche, … am Ende übersah Shandy ein Schach der gegnerischen Dame, welches forciert zum Damentausch führte. Das entstandene Endspiel war haltbar – wenn auch nicht so einfach, doch wie Shandy so schön sagte: „Ich muss noch so viel über Endspiele lernen.“. Sophie meinte einen Bauern gewinnen zu können, ließ sich so aber ihren Läufer einsperren, welcher nur durch genaue Zugfolge noch hätte gehalten werden können. Für die Leichtfigur hatte sie dann zwei Bauern, aber keinen Angriff. Durch eher passive Züge war die Partie dann auch schnell vorbei. Gina blieb nach Abtausch dreier Leichtfiguren mit ihrem schlechten Läufer über; die Gegnerin hatte ihren Springer fest auf e4 installiert. Stück für Stück drückte die Gegnerin dann am Damenflügel und öffnete die a-Linie. Als Gina dann unvermittelt den b2-Bauern einstellte, war die Partie mehr oder weniger sofort verloren. In der Analyse zeigte sich, dass der Bauer sicherlich auch so verloren gegangen wäre, da dieser nicht mehr ausreichend verteidigt werden konnte. Anna übte sich ein zweites Mal in diesem Turnier in der Caro-Kann-Abtauschvariante, welche sie im Vergleich zu vorherigen verbesserte. Um Angriff zu erhalten nahm sie eine schlechtere Bauernstruktur in Kauf, verlor dann aber später einen Bauern. Im entstandenen Doppelturmendspiel schaffte sie es einen Turm zu tauschen und zeigte dann, dass das Endspieltraining Turm gegen Turm und Bauer fruchtet. Sie schaffte es ihre Bauern geschickt zu tauschen, so dass sie am Ende mit Bauer und Turm gegen zwei Bauern und Turm an einem Flügel über blieb. Die Punkteteilung und somit das Ehrenremis gegen Papenburg folgten sobald.
Nach dieser hohen Niederlage war die Stimmung unter den Mädels gestern Abend nicht ganz so gut, doch heute Morgen bekam jede den zweiten bzw. dritten Vornamen „motiviert“. Jetzt läuft gerade die letzte Runde gegen die Setzlistenersten Mädels aus Halle.

Runde 6: SC Papenburg – WeDa 3,5:0,5

Leider sind unser Mädels beim Tanzen etwas aus dem Rythmus gekommen und mussten trotz guter Möglichkeiten in nahezu allen Partien eine (etwas zu) hohe 0,5:3,5-Niederlage in Runde 6 hinnehmen. Topscorerin mit 5/6 bleibt Anna, die ihr zweites Unentschieden nacheinander holte.

Runde 5: WeDa – SK Bad Homburg 3,5:0,5

Nach dem 3,5:0,5-Sieg gegen Bad Homburg in der 5. Runde folgt wieder eine Live-Runde. Die Gegnerinnen kommen aus Papenburg und liegen immerhin auf Platz 5 der Setzrangliste und mit Tabellenplatz 4 ganz knapp vor WeDa. Das könnte ein heißer Tanz werden …


Trotz des Punktgewinns gegen die OSG Baden-Baden in der 4. Runde gibt es „für unsere Mädels“ leider keine weitere Liveübertragung. Dabei waren sich beim gestrigen Vereinsabend alle „Jungs“, darunter auch mehrere Clubmeister, wie Ingo und Cord, einig, dass dies durchaus verdient wäre; insbesondere  wegen des bisher gezeigten Kampfgeistes; kein Remis (!) – so kann es weiter gehen. Auf jeden Fall drücken wir zu Hause die Daumen …!

Runde 4: OSG Baden-Baden – WeDa 2:2

22:00 Uhr: Die Mädels sind müde! Nach zwei kürzeren Nächten war die Vorbereitung aufgrund des Wunsches schnell ins Bett gehen zu können um 22:00 Uhr beendet. Und so bleibt endlich Zeit einen Rückblick auf die zweite Runde des Tages geben zu können.
Gina bekam mit Antonia Ziegenfuß (1968) die stärkste Einzelspielerin des Turniers vorgesetzt. Leider kam Gina nicht vollständig in ihr Weißsystem hinein, wurschtelte sich aber ganz gut durch die Eröffnung und stand zu Beginn des Mittelspiels keinesfalls schlechter. Schwierig war ihre Stellung trotzdem zu spielen, denn ihre Leichtfiguren drohten in e- und d-Line angefesselt und ggf. gewonnen zu werden. Leider funktionierte der drohende Figurengewinn nach der Rochade erst recht; diesen Vorteil verwertete Ginas Gegnerin dann souverän.
Eine bis zum Endspiel ausgeglichene Partie spielte Shandy gegen Merymuthu Nanthivarman (1202), die erst im Doppelturmendspiel einen Bauern verlor, dadurch aber ein Turmpaar tauschen und den Damenflügel auflösen konnte. Mit 3 gegen 4 Bauern im einfachen Turmendspiel war das Unentschieden möglich, doch die noch fehlende Technik verhinderten die Sensation.
Unsere Mittelachse, Anna und Sophie, lieferten dafür wieder voll ab. In einer wilden Partie gewann Sophie gegen Kassandra Visvikis (1469) eine Figur, als eigentlich die Gegnerin mit dem Kombinieren begann. Danach kannte Sophie wieder nur ein Ziel: den gegnerischen König. Mit einem lange geplanten Mattmotiv schloss sie die Partie souverän ab.
In der Abtauschvariante im Caro-Kann brachte Anna ihren Turm in die h-Linie zum Angriff gegen den gegnerischen König. Zusammen mit ihrer Dame jagte sie den Monarchen von Rebecca Doll (1767) ins Zentrum und dann an den leichter zugänglichen Damenflügel. Lohn des Ganzen war ein erster Mehrbauer. Als gegnerisches Gegenspiel aufkam, musste Anna ihre Figuren etwas passiver stellen, doch die Gegnerin fand keinen wirklichen Plan. Im weiteren Verlauf gewann Anna einen weiteren Bauern, tauschte dann alle Figuren ab und gewann das Bauernendspiel.

Ein 2 zu 2 gegen die zweitstärkste Mannschaft der Meisterschaft hatte vorher so niemand erwartet. Doch alle vier Mädels zeigten sich kämpferisch und wollten gewinnen. Morgen früh rutscht die Mannschaft zwar wieder an den 5. Tisch ab und somit aus den Live-Übertragungen heraus, doch mit dem SK Bad Homburg, die leider nur zu dritt hier sind, ist den Mädels wieder eine schlagbare Mannschaft zugelost worden. Bisher ist die Mannschaft übrigens noch ungeschlagen!

Runde 3: WeDa – SV 1920 Hofheim 4:0

15:00 Uhr: Da das WLAN in der hiesigen Herberge heute morgen überhaupt nicht funktionierte und das Neumünsteraner Mobilfunknetz nur Edge bot, war eine Livekommentierung nicht möglich. Mit 4:0 gewannen unsere Mädels allerdings sehr souverän, doch etwas zu hoch gegen die Hofheimerinnen.
Zuerst war wieder Shandy fertig. In der Partie gegen Sarah Hinz (ohne DWZ, erstes Turnier) wurde heterogen rochiert und dementsprechend ein Bauernsturm an beiden Brettflügeln erwartet. Doch Shandy Gegnerin schlug etwas schnell mit einer Figur einen Bauern, den Shandy allerdings zuverlässig deckte. Durch einen Abzugsangriff gewann sie weine weitere Figur und somit schlussendlich die Partie. Wunderbar zu sehen, dass bei Shandy mitlerweile etliche Schachmotive sitzen!
Und endlich feierte auch unser 1. Brett Gina ihren ersten Erfolg. In einer in der langen abendlichen Schachsession vorbereiteten Variante (die natürlich exakt so aufs Brett kam ;-)) gegen die Englisch spielende Maja Buchholz (1558) erhielt sie im Mittelspiel eine aktive Stellung. Die Gegnerin fand nicht immer die optimale Fortsetzung und Gina landete in einem remislichen Endspiel mit ausgeglichenen Bauern und Springer gegen Läufer. Als die Gegnerin die Leichtfiguren abtauschte, war das Bauernendspiel auf einmal gewonnen. Gina steckte nach eigener Aussage viel Rechenkraft in die Stellung um die richtigen Königszüge zu finden. Gekrönt wurden diese Anstrengungen mit dem ersten Sieg am ersten Brett.
Sophie schien heute am Brett unterfordert zu sein, denn sie wusste genau, was auf den Brettern rechts und links neben ihr passierte. Angriffslustig wie immer schlug ihre Attacke gegen den König von Ina Biesdorf (1325) anfangs nicht durch, brachte aber einen Bauern ein. Die etwas ruhigere Fortsetzung „langweilte“ Sophie und sie versuchte die Stellung wieder zu verschärfen. Prompt verteidigte sich die Gegnerin nicht optimal und stellte eine Figur ein. Der Rest war eine Mischung aus Materialabtausch zur Vorteilsverwertung und weiteren Angriff am Königsflügel, welcher mit dem vollen Punkt gekörnt wurde.
Anna nutzte die vielen kleinen Fehler, die ihre Gegnerin Natascha Irrgang (1423) in der Schottischen Eröffnung machte nach und nach aus. Als sie schon klar auf Gewinn stand, übersah sie zwar ein mehr oder weniger klares Matt in 2, holte sich dafür aber die Qualität und entschied ihre Partie später durch das Mehrmaterial.

Insgesamt war der Sieg gegen Hofheim durchaus gerechtfertigt; bei der Höhe hatten die Mädels doch ein wenig das Glück auf ihrer Seite. Zum Dank wartet jetzt an Tisch 3 die Mannschaft der OSG Baden-Baden und die Live-Übertragung! Die Stimmung ist gerade nach dem hohen Sieg richtig gut, auch wenn bereits nach der zweiten Nacht bei der ein oder anderen die Müdigkeit ins Gesicht geschrieben steht. Außerdem wurde heute das Mannschaftsfoto aufgenommen, welches nach dem Hochladen auf der Veranstalterseite hier eingebunden wird. Heute Abend können die Mädels dann an einem Werwolf-Turnier teilnehmen – der Veranstalter hat sich den Wünschen der Mädels angepasst und das Fun-Schachturnier gestrichen.

Runde 2: Karslruher SF – WeDa 2:2

14:50 Uhr: Nach Mittagessen und Kurzvorbereitung durch Hendrik sitzen die Mädels schon wieder am Brett und kämpfen gegen die Karlsruher Schachfreundinnen. Die Partien der 1. Runde sind übrigens auf der oben verlinkten Turnierseite der DSJ einsehbar.

20:00 Uhr: Da blieb gar keine Zeit für die Live-Berichterstattung, denn als endlich etwas auf den Brettern los war, war an einem Brett die Partie auch schon vorbei. Und während der Analyse trudelten dann nach und nach die anderen Mädels ein und wollten ihre Partien kurz besprechen.
Shandy wurde mit einer unorthodoxen Variante des Spaniers überrascht, fand keinen durchschlagenden Plan, rochierte dann nicht schnell genug und verlor durch den in der e-Line verbliebenen König eine Figur. Schummel- und Tricksvarianten funktionierten alle nicht, so dass sie zum Ende des Mittelspiels die Partie hätte aufgeben können. Ihre Gegnerin Alyona Shevchenko (1105) fand zwar nicht immer die optimale Fortsetzung, doch im Vergleich zu heute Vormittag merkte Shandy, dass zwischen DWZ 900 und DWZ 1100 ein riesiger Unterschied besteht.
Sophies Gegnerin Dana Chung (1373) spielte eine andere Variante als vorbereitet, doch Sophie war wieder voll im Angriffsmodus. Als sie einen Bauern einstellte, wurde dieser noch verstärkt und bald darauf brach die gegnerische Königsstellung im Zusammenspiel mit Dame, Turm und Springer zusammen.
Anna durfte sich gegen Hannah Schulz (1512) mit der Vorstoßvariante im Caro-Kann auseinandersetzen und versuchte Spiel auf dem Damenflügel zu erzeugen. Im Zentrum gewann sie später einen Bauern, welcher jedoch leicht vergiftet war, denn augenscheinlich ging eine Figur flöten, doch Anna bekam zwei weitere Bauern dafür. Nun hatte sie ein Zentrum mit c-, d- und e-Bauern und die Gegnerin keine Bauern entgegenzusetzen. Zusammen mit König und beiden Türmen setzte sie zum gewinnbringenden Mattangriff fort.
Gina hatte es bisher in diesem Turnier nicht leicht am 1. Brett, denn im Schnitt ist die Besetzung dieses Bretts deutlich stärker als die der nachfolgenden. Gegen Jana Bardorz (1751) kam sie eigentlich ganz gut aus der Eröffnung, tauschte dann aber ihren guten Läufer ab und traute sich ob eines trägen Restabbilds nicht im Zentrum zu spielen. Als Gina dann einen Isolani in Kauf nahm, hatte die Gegnerin deutlich leichteres Spiel. Am Ende tauschte sich alles vom Brett und auch der Isolani verschwand – allerdings ohne Kompensation, s.d. Gina ein Turmendspiel mit Minusbauern verteidigen musste, doch ihre Gegnerin fand die aktiveren Züge und gewann die Partie.

Morgen Früh beschert uns der Schweizer-System-Gott mit dem SV 1920 Hofheim eine Mannschaft hinter dem Setzplatz unserer Mädels – und nach der intensiven Vorbereitung heute Abend stehen die Sterne perfekt um den ersten Mannschaftssieg einzufahren und dann in der morgigen Nachmittagsrunde an den Live-Brettern zu spielen.

Runde 1: WeDa – SF Sasbach 2:2

14:00 Uhr: Kaum waren die letzten Zeilen des letzten Absatzes geschrieben, waren auch Annas und Sophies Partien beendet.
Anna verwertete ihren Mehrbauern gegen Katharina Schneider (1719) souverän indem sie die Mitte öffnete und mit Dame und Turm den gegnerischen König bedrohte. Nachdem die Gegnerin ihre Dame gegen einen Turm gab, war die Partie auch aufgabereif.
Sophie wiederum zeigte eine tolle Angriffspartie gegen Anna Schneider (1464), welche nach dem Gewinn zweier Bauern im Mittelspiel eigentlich sicher gewonnen sein sollte. Als sie gerade die Damen vom Brett tauschen konnte, übersah Sophie, dass sie einen gegnerischen Angriff doch nicht wie vorher geplant abwehren konnte und verlor eine Figur und später die Partie
Mit einem 2 zu 2 gegen die an vier gesetzten Sasbacherinnern sind die Mädels aber sehr zufrieden, auch wenn tatsächlich mehr drin gewesen ist und die Auftaktsensation zum Greifen war.
In der zweite Runde spielen die Mädels nun gegen die Karlsruher Schachfreundinnen, die an sechs gesetzt überraschend in der 1. Runde gegen Elmshorn verloren und ungefähr die Kragenweite der Sasbacherinnen sind.

12:00 Uhr: Bisher sind zwei Partien im Mannschaftskampf gegen Sasbach beendet.
Gina spielte in der Eröffnung gut gegen Jana Basovskiy (1770) mit, entschied sich dann allerdings dafür ihren Drachenläufer abzutauschen. Dadurch stand die gegnerische Dame dann im Zentrum und konnte nur mit dem Nachteil eines Springers auf b6 getauscht werden. Positionell war die Stellung dann schon schwierig zu spielen und als Gina sich dann einen Einzelbauern in der d-Linie verpassen ließ und der gegnerische Turm auf der 7./8. Reihe eindrang, war die Stellung eigentlich aufgabreif. Gina versuchte noch ihre Bauern im Zentrum und am Königsflügel vorzuschieben, doch zwischendurch wurde ihr gesamter Damenflügel abgeräumt und die gegnerischen Freibauern entschieden die Partie. An sich war die Partie aber in Ordnung – insbesondere die Eröffnung lief wie geplant.
Shandy stellte ausgangs der Eröffnung eine Figur ein, was ihre Gegnerin Lea Eisele (930) dazu veranlasste zügig auf Matt zu spielen und eine Figur zurück zu geben. Doch Shandy verteidigte sich großartig und kam selbst zum Königsangriff. Als die Gegnerin sich dann nicht gerade optimal verteidigte, hatte Shandy auf einmal einen Turm mehr und musste nur noch das Dauerschach vermeiden. Glücklicherweise fand sie die richtige Zugfolge und bald darauf gab die Gegnerin auf.
Anna hat ihre Eröffnung zwar nicht optimal behandelt gehabt, hat aber mitlerweile einen Bauern mehr und kämpft um den vollen Punkt. Sophie hat leider im Mattangriff eine Figur liegen lassen und wird wohl um den Partieverlust nicht herumkommen.

9:00 Uhr: Am gestrigen Abend gab es kurrzeitig Verwirrung um unsere Mannschaftsaufstellung, denn sowohl im Internet als auch hier vor Ort waren die Bretter 1 und 2 vertauscht, also Anna vor Gina aufgestellt. Nach Rücksprache mit den Scheidsrichtern wurde dies aber schnell korrigiert, doch evtl. sind die Gegnerinnen dann heute morgen doch überrascht gewesen, dass doch nicht die erwarteten Mädels am Brett sitzen ;-). Ansonsten ist bisher nicht viel passiert.

Anreise am 26.12.

Kurz vor Abfahrt musste Chef-Trainer Hendrik krankheitsbedingt seine ohnehin nur zwei Tage vor Ort auch noch absagen, so dass Claudia mit den Mädels allein im Norden weilt. Doch Hendrik hat schon versprochen via Skype einen Teil der Vorbereitung von zu Hause aus zu übernehmen.

Die Anreise verlief unkompliziert und im Zug wurden schon erste Kontakte zu anderen Mannschaften geknüpft, denn der Nachmittagszug aus Berlin nach Hamburg war bei einigen der aus ganz Deutschland anreisenden Mannschaften beliebt.

In der 1. Runde spielen die Mädels gegen die SF Sasbach, die an Brett 1 und 2 recht stark sind. Mal schauen, was morgen Früh ab 8:30 Uhr an den Brettern möglich ist – motiviert sind auf jeden Fall alle, was sich auch an der ca. anderthalbstündigen Schachsession als Vorbereitung zeigt.

Ich versuche soweit es geht live zu berichten – ein Hindernis könnte sein, dass die Mädels das WLAN in ihrem Zimmer empfangen, in meinem aber keine Verbindung zur Außenwelt besteht :-(. Die ersten drei Begegnungen werden live im Internet übertragen, doch unsere Mannschaft spielt morgen Früh am 4. Tisch.

3 Kommentare zum Beitrag “DVM u14w in Neumünster – 7. Platz!

  1. Zur Relativierung der Niederlage von Shandy in Runde 2 gegen Karlsruhe sei ergänzend angemerkt:
    Es ist wahrlich keine Schande, sich von ihrer Gegnerin Alyona Shevchenko bereits in der Eröffnung aufs Glatteis führen zu lassen – scheint es sich bei Letzterer doch schließlich um eine Mischung aus den beiden Weltklasse-Eiskunstläuferinnen Alyona Savchenko (Olympiasiegerin 2018 sowie amtierende und insgesamt sechsfache Weltmeisterin im Paarlauf) und Tanja Szevchenko (frühere WM- und EM-Dritte im Einzellauf) zu handeln! 😉

  2. Ein kurzes hallo von mir vor der letzten Runde. Ich möchte die ganze Mannschaft für ihre kämpferischen Leistungen beglückwünschen. Ihr habt ein riesiges Turnier gespielt und gezeigt was in Euch steckt. Es hat Spaß gemanscht Eure Partien aus der Ferne nachzuverfolgen. Viel Erfolg Euch allen noch für die letzte Runde.
    Viele Grüße
    Robert

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