Westpokal 2026 (R3): 3,5:6,5 gegen BSG Eckbauer von 1827

„Vielversprechender Anfang und ernüchterndes Ende“ (2)
oder „Ein ziemlich gebrauchtes WeDa-Westpokaljahr“

Was mit einem äußerst mühsamen Mannschaftsremis gegen Siemensstadt begann, dem eine deutliche 3:7-Niederlage bei Zitadelle Spandau folgte, endete mehr als enttäuschend mit einer 3,5:6,5-Niederlage zuhause gegen Eckbauer. Da müssen wir schon einmal in den Archiven nachschauen, wann die WeDa zuletzt die rote Laterne am Ende des Turniers innehatte.

Der Turniersieg ging in diesem Jahr an Zitadelle Spandau, die in einem spannenden Finale Verfolger Siemensstadt mit 6:4 bezwingen konnten. Ausführlicheres hierzu findet sich auf der Westpokal-Webseite bei Siemensstadt.

Der Westpokal (R3): Einzelergebnisse

Westpokal 2026 (R2): 3:7 gegen Zitadelle Spandau
Der Westpokal (R2): Einzelergebnisse

„Vielversprechender Anfang und ernüchterndes Ende“ (1)

Bericht von Bastian Deubler und Martin Sechting

Nach der ersten Runde im Westpokal wussten wir noch nicht genau, wo wir stehen. Das anstehende Spiel gegen Zitadelle Spandau sollte uns darüber mehr Aufschluss geben.

Schon die Aufstellung von Zitadelle Spandau zeigte, dass es eine schwierige Aufgabe werden würde. An den ersten drei Brettern spielten Gegner mit einer DWZ von über 2000. Auch am letzten Brett hatte unser Gegner noch eine Spielstärke von 1700 DWZ. Uns war also klar: Das würde eine echte Hammeraufgabe werden.

Wir traten dagegen mit einer bunten Mischung aus erfahrenen Spielern und Jugendspielern an. Allerdings stellten wir mit Anton Bashtavy den stärksten Spieler beider Mannschaften. Es war also alles angerichtet.

Der Wettkampf begann um 19:30 Uhr. Nach etwa einer Stunde fragte Konrad unseren Mannschaftsleiter Martin, ob er ein Remis vereinbaren dürfe. Konrads Gegner hatte immerhin 100 DWZ-Punkte mehr, sodass wir schon früh einen halben Punkt holen konnten.

Es folgten zwei weitere Remis von Sebastian an Brett 4 und Thorsten an Brett 8.  Sebastians Partie war ein spannendes Mittelspiel. Weiß wollte am Damenflügel angreifen, während Schwarz sein Glück im Königsangriff suchte. Allerdings war die Stellung auf beiden Seiten bereits etwas blockiert, sodass sich auch hier beide Spieler auf ein Remis einigten.

Dann zeigte unser erstes Brett Anton einen starken Angriffssieg. Er ließ seinem starken Gegner keine Chance und gewann die Partie überzeugend. Zu diesem Zeitpunkt führten wir sogar mit 2,5:1,5. Doch danach sollte sich das Blatt wenden.

Gegen 21:20 Uhr konnte Reiner seine Stellung an Brett 7 nicht mehr halten und musste aufgeben. Kurz darauf verlor unsere jüngste Teilnehmerin Lena an Brett 9 gegen ihren stärkeren Gegner. Trotzdem konnte sie dabei wertvolle Wettkampferfahrung sammeln.

Gegen 22:00 Uhr musste auch ich (Bastian) meine Partie aufgeben. An Brett 3 hatte mein Gegner beim Übergang von der Eröffnung ins Mittelspiel noch nicht rochiert. Ich wollte das ausnutzen und opferte einen Bauern, um meine Figuren in eine gute Angriffsstellung zu bringen. Mein Gegner nahm den Bauern und rochierte anschließend schnell. Plötzlich standen meine Figuren zwar sehr offensiv in der Bretthälfte meines Gegners, konnten aber auch leicht angegriffen werden. Ich schaffte es schließlich nicht mehr, die Stellung zu halten. Damit stand es zu diesem Zeitpunkt 2,5:4,5.

Danach folgten die Niederlagen von Konstantin an Brett 6 und Diganth  an Brett 10. Den Schlusspunkt setzte unser Mannschaftsleiter Martin. Er spielte an Brett 2 gegen den sehr starken Terry van der Veen. Martin begann die Partie sehr stark, ließ aber im Mittelspiel einige gute Möglichkeiten liegen. Im Läuferendspiel mit gleichfarbigen Läufern einigten sich schließlich beide auf ein Remis.

Damit endete der Wettkampf mit 7:3 für Zitadelle Spandau. In Erinnerung bleiben wird vor allem die starke Angriffspartie von Anton an Brett 1 und auch die erkämpften Remis waren allesamt gegen starke Gegner zustande gekommen.

Jetzt erwartet uns in der dritten Runde ein echtes Endspiel um den 3. Platz gegen Eckbauer. Ich bin mir sicher, dass Martin Sechting die richtigen Worte finden wird, um uns für dieses wichtige Match einzuschwören.


Der Westpokal (R1): „Wir machen da weiter, wo wir 2025 aufgehört haben.“

Bericht von Cord Wischhöfer


Am Freitag 4. September 2026 startete der diesjährige Westpokal – das Vorbereitungsturnier für die BMM, das von den Schachfreunden Siemensstadt ausgerichtet wird und an dem Zitadelle Spandau, die BSG Eckbauer und die Weisse Dame ebenfalls teilnehmen. Gespielt wird mit Mannschaften aus zehn Spielern. Die Zusammensetzung der Mannschaften stellt immer einen Querschnitt durch den Verein dar, will sagen starke Spieler und weniger starke spielen zusammen, was anders als in den nach Spielstärke aufgestellten Mannschaften der BMM für ein ganz anderes Teamgefühl sorgt. 

Den Westpokal 2025 hatten wir durch ein hart erkämpftes 5:5 gegen die SF Siemensstadt in der letzten Runde gewonnen. Dieses Jahr traten wir in der ersten Runde gegen die Siemensstädter an, die mit einer sehr jungen Mannschaft antraten, die, so muss man sagen, dem Verein Ehre brachte. Doch eins nach dem anderen.

Gegen 19 Uhr eröffnete der Ehrenvorsitzende der SF Siemensstadt, Thomas Binder, die erste Runde. Die Partien begannen und es entspannte sich ein harter Kampf. Ich selbst hatte neben meiner Partie noch die Aufgabe die Informationen für den Bericht zu sammeln. Ich führe die Partien nach dem Zeitpunkt auf, an denen sie endeten.

  • Als erstes war die Weißpartie von Reiner Linkies vorüber, der an Brett neun nach weniger als einer Stunde verloren hatte. Leider habe ich keine Eindrücke sammeln können. Zwischenstand 0:1
  • Dann gelang mir mit Schwarz an Brett 4 ein Kantersieg. Ich konnte mit Schwarz meinen Gegner in einem Katalanen positionell einschnüren und überspielen. Mit einer Umwandlungstaktik gewann ich eine Figur. Mein Gegner gab das entstandene Endspiel auf. So glatt habe ich selten gewonnen. Nach einer Stunde und 30 Minuten stand es 1:1.
    8
    7
    6
    5
    4
    3
    2
    1
    A
    B
    C
    D
    E
    F
    G
    H
    A
    B
    C
    D
    E
    F
    G
    H
    8
    7
    6
    5
    4
    3
    2
    1

    Tim Rettig vs. Cord Wischhöfer

    04.09.26 - Westpokal (1) - Rundenturnier (3 Rd.) für 10er-Teams - Bedenkzeit: 90 min + 30 sec ab Zug 1

    1.d4e62.c4d53.Sf3Sf64.g3Le75.Lg2O-O6.O-Odxc47.Se5Sc68.Sxc6bxc69.Lxc6Tb810.e3Tb611.Lg2c512.Sc3cxd413.Dxd4Dc714.Se4Td815.Dc3Sxe416.Lxe4f517.Lf3Lf618.Dc2La619.Le2c320.Te1Lxe221.Txe2cxb222.Lxb2Dxc223.Txc2Txb224.Tac1Td1+0 – 1
  • An Brett 10 verlor Thorsten Schulz mit Schwarz ein Endspiel Dame+Turm gegen Dame+Springer, wobei er die Stellung mit der Wenigerqualität verwalten musste. Leider war die Partie nach 1h 45m nicht mehr haltbar: Zwischenstand 1:2 
  • An 8 spielte Konstantin Hovhannisyan mit Schwarz nach ruhigem Spiel remis. Aus einem Caro-Kann ergab sich eine Stellung, in der sich Konstantin nach seinem Dameneinschlag auf b2 mit einer Dauerverfolgung seiner Dame konfrontiert sah, der er nicht gut ausweichen konnte. Nach 2 Stunden das erste Remis: Stand 1,5:2,5
  • Danach gab es eine Stunde lang kein Ergebnis bis an Brett 7 Thomas Kögler mit Weiß seinen Gegner auseinander nahm: Aktive weiße Dame, gedeckter Freibauer auf e7 gegen 2 passive schwarze Türme . Dazu ungleiche Läufer. Thomas machte die Boa Constrictor, gewann eine Figur und hatte Mattdrohungen. Sein Gegner hatte keine Lust mehr und gab nach 3h auf. Mir hat das Zuschauen Spaß gemacht. Zwischenstand 2,5 zu 2,5

Zu diesem Zeitpunkt rechnete ich aus den verbleibenden fünf Brettern mit 4,5 Punkten, weil einzig Ralf eher etwas schlechter stand. Doch es sollte anders kommen und zwar so:

  • An Brett 6 hatte Ben Schumacher durch eine Taktik, bei der sein Gegner eine Drohung übersah, einen Springer gewonnen. Einmal mit einer Mehrfigur ausgestattet, tauschte Ben das Brett leer und schob das Endspiel nach 3 Stunden sicher nach Hause. 3,5 zu 2,5 für WeDa.
  • Dann remisierte Ralf Mohrmann an Brett 3. Aus einem Tarraschdamengambit war er als Weißer mit passiver Isolanistellung aus der Eröffnung gekommen. Es gelang ihm erfolgreich alle Schwerfiguren und die Hälfte der Leichtfiguren abzutauschen. Das Leichtfigurenendspiel mit L+S gegen des Gegners Läuferpaar war nach 3 Stunden und 15 Minuten dann friedlich vorbei. Stand 4,0 zu 3,0.
  • Als nächstes endete das Spiel an Brett, wo 1 Ingo Abraham mit Weiß in der Abtauschvariante der slawischen Verteidigung ein positionelles Qualitätsopfer für starke a+b Freibauern brachte. In einem zweischneidgen Endspiel konnte Ingo seine Freibauern letztlich nicht siegbringend verwerten und übersah in hoher Zeitnot einen Turmverlust. Leider stand es so nach 3 Stunden und 20 Minuten nun 4:4 anstelle 5:3.
  • Das Spiel an Brett 2 kippte ebenfalls zu unseren Ungunsten. ML Martin Sechting hatte mit Schwarz im Tarraschdamengambit einen Freibauern statt eines Isolanis auf d4. Er hatte den Gegner und die Stellung voll im Griff, verlor jedoch zwischendurch den Faden und geriet in einen Gegenangriff auf seinen König. Nach einer scharfen Abwicklung verbleib Martin mit einer Figur weniger und musste nach langem Kampf letztlich leider aufgeben. So stand es nach 3 Stunden und 20 Minuten 4:5 gegen uns.

Wie letztes Jahr musste nun die letzte Partie entscheiden: Mannschaftsremis oder Verlust.

  • Oliver Hölscher machte es an Brett 5 mit Weiß spannend. Er überspielte seinen Gegner positionell vollständig. Er hatte mehr Raum, aktivere Figuren, Entwicklungsvorteil und Initiative. Um überhaupt ins Spiel zu kommen opferte der Gegner einen isolierten Zentralbauern. Davon ließ Oliver sich nicht beeindrucken sondern kassierte den Agrarier und baute seinen Raum- und Positionsvorteil weiter aus. Ein direkter Totschlag wollte jedoch nicht gelingen, so dass Oliver mit immer neuen Nadelstichen seinen langsam in Zeitnot kommenden Gegner wieder und wieder prüfte, bis dieser unter dem Druck kollabierte. So konnte an Brett 5 der Vorteil souverän zum vollen Punkt verwertet werden, was uns das dringend ersehnte 5:5 sicherte.
    8
    7
    6
    5
    4
    3
    2
    1
    A
    B
    C
    D
    E
    F
    G
    H
    A
    B
    C
    D
    E
    F
    G
    H
    8
    7
    6
    5
    4
    3
    2
    1

    Oliver Hölscher vs. Maxim Khutko

    04.09.26 - Westpokal (1) - Rundenturnier (3 Rd.) für 10er-Teams - Bedenkzeit: 90 min + 30 sec ab Zug 1

    1.c4Sf62.Sf3g63.g3Lg74.Lg2O-O5.d4d56.cxd5Sxd57.O-Of58.Sc3e69.Lg5De810.Db3c611.Tad1h612.Lc1Sd713.Tfe1Sxc314.bxc3Kh715.e4fxe416.Sd2Sf617.Sxe4Sxe418.Txe4e519.dxe5Lf520.Te3Tf721.f4Le622.Dc2Lf823.Tee1Td724.Le3a625.Lb6Txd126.Txd1Lg427.Td2De628.c4Tc829.c5Te830.Lc7Lg731.Ld6Td832.Td4Td733.Tb4h534.Db1Df735.Le4Kh636.Dc1Kh737.Dc2Kh638.h3Lxh339.Dh2Lg440.Dh4Kh741.Dh2Kh642.Dd2Kh743.Lc2Le644.a3Ld545.Dh2De646.Dxh5+Kg847.Lxg6Lh848.Lf51 – 0
Die Übersicht der Paarungen und Ergebnisse findet sich hier auf der Webseite der Schachfreunde Siemensstadt.

Nächsten Freitag geht es mit der zweiten Runde weiter! Hoffen wir einmal, dass das Team von MF Martin Sechting am 11.09. dann etwas mehr Fortune als in der ersten Runde hat! Schließlich wollen wir auch 2026 am Ende als Sieger das Lied der Weissen Dame erschallen lassen!

Der Westpokal (R1): Fotogalerie

 


Der Westpokal: Einladung

Cheforganisator Martin Sechting hat die Getreuen seines Westpokals zusammengetrommelt und sitzt mit ihnen erwartungsfroh in den Startlöchern. Gutes Gelingen!


Mit den guten Erfahrungen aus dem Vorjahr (Zum Vorjahresbericht geht’s hier), bin ich auch 2026 wieder der vereinsinterne Organisator für die Westpokalspiele am 4./11./18. September 2026.

Die vier teilnehmenden Verein (Eckbauer, Zitadelle Spandau, Siemensstadt und Weisse Dame) treten mit 10er-Mannschaften an, in denen alle Leistungsgruppen vertreten sein sollen; zur Ausschreibung geht’s hier. Der Westpokal dient traditionell als BMM-Saisonvorbereitung und die Weisse Dame ist diesmal Titelverteidiger.

Für Fragen zu den Spielen und Anmeldungen bitte E-Mail an martsechting@t-online.de.

 

Martin Sechting