Westpokal 2026 (R1): 5:5 gegen Siemensstadt zum Auftakt (neu: Chessviewer)

Der Westpokal (R1): „Wir machen da weiter, wo wir 2025 aufgehört haben.“

Bericht von Cord Wischhöfer

Am Freitag 4. September 2026 startete der diesjährige Westpokal – das Vorbereitungsturnier für die BMM, das von den Schachfreunden Siemensstadt ausgerichtet wird und an dem Zitadelle Spandau, die BSG Eckbauer und die Weisse Dame ebenfalls teilnehmen. Gespielt wird mit Mannschaften aus zehn Spielern. Die Zusammensetzung der Mannschaften stellt immer einen Querschnitt durch den Verein dar, will sagen starke Spieler und weniger starke spielen zusammen, was anders als in den nach Spielstärke aufgestellten Mannschaften der BMM für ein ganz anderes Teamgefühl sorgt. 

Den Westpokal 2025 hatten wir durch ein hart erkämpftes 5:5 gegen die SF Siemensstadt in der letzten Runde gewonnen. Dieses Jahr traten wir in der ersten Runde gegen die Siemensstädter an, die mit einer sehr jungen Mannschaft antraten, die, so muss man sagen, dem Verein Ehre brachte. Doch eins nach dem anderen.

Gegen 19 Uhr eröffnete der Ehrenvorsitzende der SF Siemensstadt, Thomas Binder, die erste Runde. Die Partien begannen und es entspannte sich ein harter Kampf. Ich selbst hatte neben meiner Partie noch die Aufgabe die Informationen für den Bericht zu sammeln. Ich führe die Partien nach dem Zeitpunkt auf, an denen sie endeten.

  • Als erstes war die Weißpartie von Reiner Linkies vorüber, der an Brett neun nach weniger als einer Stunde verloren hatte. Leider habe ich keine Eindrücke sammeln können. Zwischenstand 0:1
  • Dann gelang mir mit Schwarz an Brett 4 ein Kantersieg. Ich konnte mit Schwarz meinen Gegner in einem Katalanen positionell einschnüren und überspielen. Mit einer Umwandlungstaktik gewann ich eine Figur. Mein Gegner gab das entstandene Endspiel auf. So glatt habe ich selten gewonnen. Nach einer Stunde und 30 Minuten stand es 1:1.
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    Tim Rettig vs. Cord Wischhöfer

    04.09.26 - Westpokal (1) - Rundenturnier (3 Rd.) für 10er-Teams - Bedenkzeit: 90 min + 30 sec ab Zug 1

    1.d4e62.c4d53.Sf3Sf64.g3Le75.Lg2O-O6.O-Odxc47.Se5Sc68.Sxc6bxc69.Lxc6Tb810.e3Tb611.Lg2c512.Sc3cxd413.Dxd4Dc714.Se4Td815.Dc3Sxe416.Lxe4f517.Lf3Lf618.Dc2La619.Le2c320.Te1Lxe221.Txe2cxb222.Lxb2Dxc223.Txc2Txb224.Tac1Td1+0 – 1
  • An Brett 10 verlor Thorsten Schulz mit Schwarz ein Endspiel Dame+Turm gegen Dame+Springer, wobei er die Stellung mit der Wenigerqualität verwalten musste. Leider war die Partie nach 1h 45m nicht mehr haltbar: Zwischenstand 1:2 
  • An 8 spielte Konstantin Hovhannisyan mit Schwarz nach ruhigem Spiel remis. Aus einem Caro-Kann ergab sich eine Stellung, in der sich Konstantin nach seinem Dameneinschlag auf b2 mit einer Dauerverfolgung seiner Dame konfrontiert sah, der er nicht gut ausweichen konnte. Nach 2 Stunden das erste Remis: Stand 1,5:2,5
  • Danach gab es eine Stunde lang kein Ergebnis bis an Brett 7 Thomas Kögler mit Weiß seinen Gegner auseinander nahm: Aktive weiße Dame, gedeckter Freibauer auf e7 gegen 2 passive schwarze Türme . Dazu ungleiche Läufer. Thomas machte die Boa Constrictor, gewann eine Figur und hatte Mattdrohungen. Sein Gegner hatte keine Lust mehr und gab nach 3h auf. Mir hat das Zuschauen Spaß gemacht. Zwischenstand 2,5 zu 2,5

Zu diesem Zeitpunkt rechnete ich aus den verbleibenden fünf Brettern mit 4,5 Punkten, weil einzig Ralf eher etwas schlechter stand. Doch es sollte anders kommen und zwar so:

  • An Brett 6 hatte Ben Schumacher durch eine Taktik, bei der sein Gegner eine Drohung übersah, einen Springer gewonnen. Einmal mit einer Mehrfigur ausgestattet, tauschte Ben das Brett leer und schob das Endspiel nach 3 Stunden sicher nach Hause. 3,5 zu 2,5 für WeDa.
  • Dann remisierte Ralf Mohrmann an Brett 3. Aus einem Tarraschdamengambit war er als Weißer mit passiver Isolanistellung aus der Eröffnung gekommen. Es gelang ihm erfolgreich alle Schwerfiguren und die Hälfte der Leichtfiguren abzutauschen. Das Leichtfigurenendspiel mit L+S gegen des Gegners Läuferpaar war nach 3 Stunden und 15 Minuten dann friedlich vorbei. Stand 4,0 zu 3,0.
  • Als nächstes endete das Spiel an Brett, wo 1 Ingo Abraham mit Weiß in der Abtauschvariante der slawischen Verteidigung ein positionelles Qualitätsopfer für starke a+b Freibauern brachte. In einem zweischneidgen Endspiel konnte Ingo seine Freibauern letztlich nicht siegbringend verwerten und übersah in hoher Zeitnot einen Turmverlust. Leider stand es so nach 3 Stunden und 20 Minuten nun 4:4 anstelle 5:3.
  • Das Spiel an Brett 2 kippte ebenfalls zu unseren Ungunsten. ML Martin Sechting hatte mit Schwarz im Tarraschdamengambit einen Freibauern statt eines Isolanis auf d4. Er hatte den Gegner und die Stellung voll im Griff, verlor jedoch zwischendurch den Faden und geriet in einen Gegenangriff auf seinen König. Nach einer scharfen Abwicklung verbleib Martin mit einer Figur weniger und musste nach langem Kampf letztlich leider aufgeben. So stand es nach 3 Stunden und 20 Minuten 4:5 gegen uns.

Wie letztes Jahr musste nun die letzte Partie entscheiden: Mannschaftsremis oder Verlust.

  • Oliver Hölscher machte es an Brett 5 mit Weiß spannend. Er überspielte seinen Gegner positionell vollständig. Er hatte mehr Raum, aktivere Figuren, Entwicklungsvorteil und Initiative. Um überhaupt ins Spiel zu kommen opferte der Gegner einen isolierten Zentralbauern. Davon ließ Oliver sich nicht beeindrucken sondern kassierte den Agrarier und baute seinen Raum- und Positionsvorteil weiter aus. Ein direkter Totschlag wollte jedoch nicht gelingen, so dass Oliver mit immer neuen Nadelstichen seinen langsam in Zeitnot kommenden Gegner wieder und wieder prüfte, bis dieser unter dem Druck kollabierte. So konnte an Brett 5 der Vorteil souverän zum vollen Punkt verwertet werden, was uns das dringend ersehnte 5:5 sicherte.
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    Oliver Hölscher vs. Maxim Khutko

    04.09.26 - Westpokal (1) - Rundenturnier (3 Rd.) für 10er-Teams - Bedenkzeit: 90 min + 30 sec ab Zug 1

    1.c4Sf62.Sf3g63.g3Lg74.Lg2O-O5.d4d56.cxd5Sxd57.O-Of58.Sc3e69.Lg5De810.Db3c611.Tad1h612.Lc1Sd713.Tfe1Sxc314.bxc3Kh715.e4fxe416.Sd2Sf617.Sxe4Sxe418.Txe4e519.dxe5Lf520.Te3Tf721.f4Le622.Dc2Lf823.Tee1Td724.Le3a625.Lb6Txd126.Txd1Lg427.Td2De628.c4Tc829.c5Te830.Lc7Lg731.Ld6Td832.Td4Td733.Tb4h534.Db1Df735.Le4Kh636.Dc1Kh737.Dc2Kh638.h3Lxh339.Dh2Lg440.Dh4Kh741.Dh2Kh642.Dd2Kh743.Lc2Le644.a3Ld545.Dh2De646.Dxh5+Kg847.Lxg6Lh848.Lf51 – 0
Die Übersicht der Paarungen und Ergebnisse findet sich hier auf der Webseite der Schachfreunde Siemensstadt.

Nächsten Freitag geht es mit der zweiten Runde weiter! Hoffen wir einmal, dass das Team von MF Martin Sechting am 11.09. dann etwas mehr Fortune als in der ersten Runde hat! Schließlich wollen wir auch 2026 am Ende als Sieger das Lied der Weissen Dame erschallen lassen!

Der Westpokal (R1): Fotogalerie

 


Der Westpokal: Einladung

Cheforganisator Martin Sechting hat die Getreuen seines Westpokals zusammengetrommelt und sitzt mit ihnen erwartungsfroh in den Startlöchern. Gutes Gelingen!


Mit den guten Erfahrungen aus dem Vorjahr (Zum Vorjahresbericht geht’s hier), bin ich auch 2026 wieder der vereinsinterne Organisator für die Westpokalspiele am 4./11./18. September 2026.

Die vier teilnehmenden Verein (Eckbauer, Zitadelle Spandau, Siemensstadt und Weisse Dame) treten mit 10er-Mannschaften an, in denen alle Leistungsgruppen vertreten sein sollen; zur Ausschreibung geht’s hier. Der Westpokal dient traditionell als BMM-Saisonvorbereitung und die Weisse Dame ist diesmal Titelverteidiger.

Für Fragen zu den Spielen und Anmeldungen bitte E-Mail an martsechting@t-online.de.

 

Martin Sechting