WeDa-Schach-Amateurmeisterschaften (WDSAM) 17./18. Juli 2026: Ergebnisse, Fotobericht und Partienotation

WDSAM 17./18. Juli 2026: Panorama (1)
WDSAM (1): Der Spielsaal (Foto: Christian Greiser)
WDSAM 17./18. Juli 2026: Panorama (2)
WDSAM (1): Der Spielsaal (Foto: Christian Greiser)
WDSAM 17./18. Juli 2026: Fotobericht

Am 1. Spieltag hatte der Wettergott ein Einsehen mit der WDSAM und öffnete die Schleusen für den angekündigten Gewitterregen erst kurz nach dem Turnierbeginn. Und er verschloss sie rechtzeitig zum Ende des 1. Spieltags wieder. So kamen die Teilnehmer:innen (hoffentlich) mehr oder weniger trockenen Fußes nach Hause.

Im Großen Saal des Hauses am Lietzensee wurde von Beginn an in den einzelnen Gruppen hart um jeden Punkt gerungen.

Die letzte Partie des 1. Spieltags zwischen Helena Burchardi und Ben Schumacher endete erst nach 23 Uhr – gut vier Stunden nach ihrem Beginn. (Foto: Christian Greiser)
Und die kämpferische Stimmung blieb auch am 2. Spieltag dominierend.

Die „Men in Black“ entschieden in der Gruppe A nahezu zeitgleich ihre Partien zu ihren Gunsten. Jonas Liu (rechts hinten) zwang Martin Sechtings König per Figurenopfer aus seiner Komfortzone und setzte ihn kurze Zeit später auf offenem Feld matt. Kristian Dimitrijeski (rechts vorn) führte ein vorteilhaftes Endspiel gegen Adrian Sitte technisch sauber zum Erfolg. (Foto: Christian Greiser)
Im Vordergrund schenkten sich Marco Zesewitz (vorn links) und DSAM-Finalist Felix Zimmermann, zurecht äußerst nachdenklich ob der beiden Türme auf seiner 7. Reihe, zunächst nichts. Am Ende gab’s aber eine Punkteteilung. Am hinteren Brett bearbeitet Nicolas Bureik (links) erfolgreich die Stellung von Florian Griebling, aufmerksam beäugt vom Gruppensieger Gennaro Tedesco. (Foto: Christian Greiser)
Das Paradebeispiel für Kampfgeist war die Partie zwischen Janek Neudecker und Lena Nguyen in der letzten (!!) Wertungsgruppe. Hierbei rettete sich die junge Weisse-Dame-Spielerin am Ende durchaus glücklich in eine den Turniersieg garantierende Punkteteilung. Da hatten die Siegerehrungen der anderen acht Wertungsgruppen längst stattgefunden; siehe auch die im weiteren Berichtsverlauf eingebetteten Fotos. (Foto: Christian Greiser)

WDSAM 17./18. Juli 2026: Gruppe A
Name Verein / Land DWZ/ELO R1 R2 R3 R4 Punkte So-Be
Sechting, Martin Weisse Dame 2045 0 1 1 2
Liu, Jonas Königsjäger SW 1920 1 ½ 0
Dimitrijeski, Kristian König Tegel 2066 0 ½ 1
Sitte, Adrian SW Lichtenrade 1962 0 1 0 1

Turnierleiter Christian Greiser gratuliert Martin Sechting zum Turniersieg in der A-Gruppe. Martin musste allerdings in der Schlussrunde noch seine erste Niederlage in 2026 im klassischen Schach hinnehmen, was aber seine Freude nur unwesentlich trübte. Von oben nach unten sind zu sehen: Kristian Dimitrijeski, Jonas Liu und Adrian Sitte. (Foto: Hendrik Möller)

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Kristian Dimitrijeski vs. Martin Sechting

[ECO "D34"]
[Opening "Tarrasch Defense: Classical Variation"]

1.d4d52.c4e63.Sc3c54.cxd5exd55.Sf3Sc66.g3Sf67.Lg2Le78.O-OO-O9.dxc5Lxc510.b3a611.Lb2d412.Sa4La713.Tc1Te814.Sc5Da515.Sd3Dh516.Sf4Da517.Sd3Lf518.a3Db519.a4Da520.Tc4Le621.Tc1Tad822.Sd2Lg423.Sc4Dh524.Sf4Dg525.h3d326.Lxf6gxf627.Te1Lxe228.Txe2dxe229.De1Dxg330.Sxe2Dd30 – 1
WDSAM 17./18. Juli 2026: Gruppe B
Name Verein / Land DWZ/ELO R1 R2 R3 R4 Punkte So-Be
Jäger, Matti Königsjäger SW 1919 ½ 1 1
Gerull, Noah SF Nord-Ost Berlin 1854 ½ ½ ½
Nikhil, Anurag Indien 1862 0 ½ ½ 1
Steiger, Michael SC Kreuzberg 1838 0 ½ ½ 1
In der B-Gruppe setzte sich der Setzranglistenerste Matti Jäger durch. Die restlichen Teilnehmer waren vielleicht insgesamt etwas zu friedfertig unterwegs. Eingerahmt wird Matti von Anurag Nikhil aus Indien und Michael Steiger; es fehlt Noah Gerull. (Foto: Hendrik Möller)

Randnotiz: Wird die WDSAM kommendes Jahr wieder ausgetragen, ist auch Anurag erneut dabei: „Promise!“

WDSAM 17./18. Juli 2026: Gruppe C
Name Verein / Land DWZ/ELO R1 R2 R3 R4 Punkte So-Be
Tedesco, Gennaro SC Kreuzberg 1799 1 ½ ½ 2 3
Ucar, Eren BSC Rehberge 1835 0 1 1 2
Bureik, Nicolas Weisse Dame 1807 ½ 0 1 ½
Griebling, Florian SC Kreuzberg 1788 ½ 0 0 ½ 1
Die C-Gruppe wurde von Gennaro Tedesco gewonnen, der in der Schlussrunde noch den wie die Feuerwehr gestarteten Eren Ucar nach Wertung abfing. Da Eren kurzfristig los musste, fehlt er auf dem Foto. Dafür sind aber Nicolas Bureik (links von Gennaro) und Florian Griebling (außen) noch mit dabei. (Foto: Hendrik Möller)
WDSAM 17./18. Juli 2026: Gruppe D
Name Verein / Land DWZ/ELO R1 R2 R3 R4 Punkte So-Be
Stährfeldt, Philipp Weisse Dame 1727 1 1 1 3 3
Schumacher, Ben Königsjäger SW / WeDa 1655 0 1 ½
Burchardi, Helena Königsjäger SW / WeDa 1775 0 0 1 1 ¼
Yang, Markus Schachzentrum Bemerode 1702 0 ½ 0 ½ ¾
Mit 3/3 dominierte Philipp Stährfeldt die D-Gruppe. Er war darüber so erfreut, dass er spontan auf das Preisgeld verzichtete – als Spende für die Weisse Dame. Herzlichen Dank! Komplettiert wurde das Teilnehmerfeld durch die bereits erwähnten Helena Burchardi und Ben Schumacher sowie Markus Yang aus Bemerode, einem Stadtteil des 6. Stadtbezirks von Hannover. (Foto: Hendrik Möller)
WDSAM 17./18. Juli 2026: Gruppe E
Name Verein / Land DWZ/ELO R1 R2 R3 R4 Punkte So-Be
Zesewitz, Marco SF Friedrichshagen 1629 ½ 1 1
Zimmermann, Felix SF Berlin 1903 1651 ½ ½ 1 2
Alnajjar, Sara Caissa Falkensee  1565 0 ½ 1 1
Klisz, Piotr SF Friedrichshagen 1644 0 0 0 0 0
Bevor Marco Zesewitz (Mitte) und Felix Zimmermann, der die WDSAM als Vorbereitung auf die demnächst startende Endrunde der DSAM nutzte, ihre spannende Partie als Vorletzte beendeten, waren Sara Alnajjar (50%) und Piotr Klisz, der leider ein ziemlich gebrauchtes Turnier erwischt hatte, bereits auf dem Heimweg. (Foto: Hendrik Möller)
WDSAM 17./18. Juli 2026: Gruppe F
Name Verein / Land DWZ/ELO R1 R2 R3 R4 Punkte So-Be
Grushovskii, Iurii Potsdamer SV Mitte 1533 1 1 1 3 3
Müller, Momme Potsdamer SV Mitte 1512 0 1 1 2 1
Klisz, Jagoda TSG Oberschöneweide 1505 0 0 1 1 0
Chupikov, Mark Zitadelle Spandau 1521 0 0 0 0 0
In dieser Gruppe herrschten klare Verhältnisse. Es wurde kompromisslos zu Werke gegangen: Sieg oder Niederlage – Remis Fehlanzeige! Den Turniersieg errang Iurii Grushovskii vor seinem Potsdamer Vereinskollegen Momme Müller. Dritte wurde Jagoda Klisz vor Mark Chupikov, der sich aber trotzdem freute. Und das hing mit dem Ergebnis der nachfolgenden Gruppe G zusammen …  (Foto: Hendrik Möller)
WDSAM 17./18. Juli 2026: Gruppe G
Name Verein / Land DWZ/ELO R1 R2 R3 R4 Punkte So-Be
Chupikov, Oleksii Zitadelle Spandau 1468 1 ½ 1
Mickel, David Deutschland 1400 0 1 ½
Linkies, Reiner Weisse Dame 1437 ½ 0 ½ 1
Nisan, Beeri Weisse Dame 1376 0 ½ ½ 1
… denn in dieser Gruppe gewann Papa Oleksii Chupikov! Und das unter erschwerten Bedingungen, denn als Sehbehinderter ist er auf Hilfsmittel, wie eine sprechende Uhr (per Kopfhörer), angewiesen. Der Zweite, David Mickel, spielte sein erstes Nahschachturnier und war nur hauchdünn vom Turniersieg entfernt. Der Dritte, Reiner Linkies, gehörte gleichzeitig zum Orga-Team und Beeri Nisan erwies sich als besonders lernfähig und fair. (Foto: Hendrik Möller)
WDSAM 17./18. Juli 2026: Gruppe H
Name Verein / Land DWZ/ELO R1 R2 R3 R4 Punkte So-Be
Starke, Sven Potsdamer SV Mitte 1265 1 0 1 2 3
Dehtiar, Daniel Weisse Dame 1256 0 1 1 2 2
Rosenhahn, Emil Königsjäger SW 1169 1 0 0 1 2
Burchardi, Konstantin Weisse Dame 1095 0 0 1 1 1
In dieser spannenden Gruppe H hatte der Turniersieger Sven Starke auch das Glück auf seiner Seite. In der entscheidenden Partie gegen ihn machte Daniel Dehtiar (außen) die letzten Fehler, indem er erst eine Mehrfigur einstellte und seinen König anschließend in ausgeglichener Stellung auch noch unglücklicherweise in ein Mattnetz manövrierte. Dass auch Emil Rosenhahn (Mitte) und Konstantin Burchardi (bereits zu Hause) Schach spielen können, bewiesen sie jeweils mit einem Sieg. (Foto: Hendrik Möller)
WDSAM 17./18. Juli 2026: Gruppe I
Name Verein / Land DWZ/ELO R1 R2 R3 R4 R5 R6 Punkte So-Be
Nguyen, Lena Weisse Dame 1109 ½ 1     1
Neudecker, Janek TSG RW Fredersdorf 859 ½   ½   1 2
Dehtiar, Taras Weisse Dame ohne 0   1 1   2 2
Carlstedt, Oskar Ludwigsfelder SC 54 ohne   ½ 0 ½   1
Babadshanjan, Anahit Weisse Dame 851     0 ½ ½ 1 ¾
Burchardi, Justus Weisse Dame 858 0 0     ½ ½ ½
Die Geschichte dieser Gruppe verdiente eigentlich einen längeren Bericht. Dass in der Gruppe der nominell Schwächsten die längste Partie eines Turniers gespielt wurde, dürfte äußersten Seltenheitswert haben; zu den Einzelheiten siehe oben im Bericht. Daran hatte – neben Lena Nguyen – auch Janek Neudecker (hinten rechts) seinen großen Anteil, erwies er sich doch – trotz des verständlichen Haderns über den so knapp verpassten Turniersieg – als fairer Sportsmann! Anahit Babadshanjan (vorne rechts)war trotz ihrer Teilnahme am Turnier dankenswerter Weise auch noch in der Organisation behilflich. Taras Dehtiar und Justus Burchardi waren da bereits auf dem Weg nach Hause. (Foto: Hendrik Möller)

Unbedingt erwähnenswert ist zu guter Letzt noch die Geschichte von Oskar Carlstedt (Mitte vorn), der zum 2. Spieltag Verstärkung in Person seiner Eltern und seiner beiden Schwestern mitbrachte. Da er unbedingt aufs Siegerfoto wollte, mussten diese bis zum lang ersehnten Ende warten, bevor es endgültig weiter auf den Weg zur Ostsee gehen konnte! Den beiden kleineren Schwestern wurde das Warten durch einen nahegelegenen Kinderspielplatz und Nutellabrötchen so angenehm wie möglich gestaltet …

Fazit:

Die WDSAM wurde dem Vernehmen nach von den Beteiligten gern angenommen. Dafür spricht auch, dass einige der Beteiligten gleich die 2. Ausgabe im August mitspielen wollen. Aufgetretene Probleme konnten im Allgemeinen schnell geregelt werden, was der Turnieratmosphäre sicherlich sehr zuträglich war.

Großer Dank!

Dieser geht insbesondere an Robert Radke für seine unverzichtbare Expertise als Hauptschiedsrichter, durch die ein reibungsloser Turnierverlauf überhaupt erst möglich wurde. Beim Catering sowie beim Auf- und Abbau waren besonders hilfreich: Anahit Babadshanjan, Martin Sechting, Reiner Linkies und nicht zuletzt Hendrik Möller, der ab Samstagmittag nicht nur, aber auch als Fotograf seine Zeit opferte. So gab er u. a. auch den wertvollen Hinweis, dass vorgezogene Siegerehrungen für früher beendete Gruppen sicherlich sinnvoll seien, um allzu lange Wartezeiten bis zu einer – ursprünglich geplanten – Gesamtsiegerehrung zu vermeiden. So machen wir das dann auch zukünftig …

Den Spieler:innen insgesamt sei gedankt für die angenehme, familiäre Atmosphäre, die das Turnier für die Organisatoren zu einem besonderen Vergnügen machte – aller Arbeit zum Trotz.


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