OLNO 2019/20 – R1: Fehlstart mit 3:5-Heimniederlage gegen Empor

Nach zuletzt zwei WeDa-Siegen in der OLNO gegen Empor Berlin setzten sich diesmal die Gäste recht sicher durch, obwohl Hendrik Möller am 1. Brett mit dem bundesligaerfahrenen IM Karsten Volke immerhin einen der drei gegnerischen Titelträger bezwingen konnte.

 

Wie nicht anders zu erwarten, haben die siegreichen Gäste ihren Bericht schnellstens veröffentlicht. -> zum Empor-Bericht

 

NEWS vom 26.09.2019/HU

Bereits am kommenden Sonntag, den 29.09.2019, und damit deutlich früher als in den vergangenen Jahren beginnt die diesjährige Oberliga-Saison. Auftaktgegner unserer ERSTEN ist nun schon zum dritten Mal in Folge der SV Empor Berlin. Konnten wir in den beiden zurückliegenden Saisons jeweils einen hart umkämpften und letztlich auch etwas glücklichen Auswärtssieg einfahren, erwarten wir unseren Gegner vom Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark diesmal allerdings zuhause in unseren mittlerweile angestammten Räumlichkeiten für alle Mannschaftskämpfe im Liga-Spielbetrieb:

Peter-Ustinov-Schule (Mensagebäude) – Trendelenburgstr. 1, 14057 Berlin-Charlottenburg – Spielbeginn: 11:00 Uhr

Getränke und ein kleiner Imbiss sind vor Ort zu moderaten Preisen erhältlich. Schlachtenbummler der Weissen Dame und auch neutrale Kiebitze sind natürlich wie immer herzlich willkommen! Wer nicht persönlich erscheinen kann, hat die Möglichkeit, den Verlauf des Mannschaftskampfes via Ergebnisdienst online auf der Webseite des Deutschen Schachbundes mitzuverfolgen.

Nach der kürzlich bereits erfolgten Veröffentlichung der Meldung der ERSTEN soll hier nun in Ergänzung dazu noch ein Ausblick auf die neue Saison nachgereicht werden:

Da das Orakel von Friedenau schon seit Längerem verstummt ist*), bleibt nur ein nüchterner Blick auf die Fakten in Form nackter Zahlen, um eine Prognose zu den Erfolgsaussichten der ERSTEN in der neuen Saison wagen zu können. Dabei verwundert es kaum, dass bei realistischer Betrachtungsweise das Saisonziel einmal mehr – wie auch schon in all den Jahren unserer Oberligazugehörigkeit zuvor – nur lauten kann: Klassenerhalt!

 

   

Mittlere Elo

Mittlere DWZ

   

Nr. 1–10

Nr. 1–10

Nr. 1–16

 1.

SC Kreuzberg

2313

(185)

2278

(216)

2237

(291)

 2.

Rotation Pankow

2252

(176)

2224

(211)

2173

(244)

 3.

Schachfreunde III

2240

(249)

2224

(175)

2149

(396)

 4.

Empor Berlin

2228

(479)

2204

(332)

2119

(641)

 5.

König Tegel II

2231

(314)

2187

(300)

2113

(423)

 6.

Greifswalder SV

2227

(380)

2185

(403)

2122

(527)

 7.

SC Weisse Dame

2199

(136)

2157

(177)

2115

(267)

 8.

Zitadelle Spandau

2116

(246)

2133

(185)

2098

(286)

 9.

SG Lok Brandenburg

2063

(299)

1951

(555)

1831

(685)

10.

Graal-Müritz

1961

(277)

1879

(373)

1745

(821)

Erläuterungen zur Tabelle:
Sortierung der Mannschaften nach der mittleren DWZ der an den Positionen Nr. 1-10 gemeldeten Spieler.
In Klammern ist jeweils die Differenz zwischen der höchsten und der niedrigsten DWZ bzw. Elo-Zahl an den betreffenden Positionen einer Mannschaft angegeben.

Sortiert man die Mannschaften nach der mittleren DWZ der an den Positionen Nr. 1–10 gemeldeten Spieler, so ergibt sich folgendes Bild:

Mit einem Vorsprung von über 50 DWZ-Punkten thront Kreuzberg einsam an der Spitze der Staffel. Dahinter folgen sieben Mannschaften in insgesamt fünf Abstufungen, wobei die Abstände zwischen den einzelnen Abstufungen mit im Schnitt knapp über 20 DWZ-Punkten jeweils in etwa gleich groß sind – nämlich Rotation Pankow und die dritte Mannschaft der Schachfreunde auf den Plätzen 2 und 3, Empor Berlin auf Platz 4, die zweite Mannschaft von König Tegel und Greifswald nahezu gleichauf auf den Plätzen 5 und 6, die ERSTE auf Platz 7 und Zitadelle auf Platz 8. Weit abgeschlagen am Tabellenende liegen die beiden Aufsteiger Brandenburg und Graal-Müritz, wobei der Abstand von Brandenburg auf Zitadelle mit 182 DWZ-Punkten exakt doppelt so groß ist wie der von Zitadelle auf den zweiten Platz und Graal-Müritz noch einmal über 70 DWZ-Punkte hinter Brandenburg liegt.

Die Berücksichtigung von zehn anstelle der für einen Mannschaftskampf benötigten Anzahl von lediglich acht Spielern erscheint insoweit angemessen, weil die Mannschaften in der überwiegenden Zahl der Fälle jeweils mindestens zwei Ersatzspieler melden, die im Verlauf einer Saison mehr als bloß sporadisch zu Einsätzen kommen. Bei einer Heranziehung nur der an den ersten acht Positionen gemeldeten Spieler wäre das Ergebnis aber ohnehin kaum anders. Lediglich Empor Berlin und Rotation Pankow würden ihre Plätze miteinander tauschen, weshalb in der vorstehenden Tabelle auf eine gesonderte Wiedergabe dieser Werte verzichtet wurde. Nahezu identisch fällt das Ranking auch aus, wenn man auf die mittlere Elo-Zahl der an den Positionen Nr. 1–10 gemeldeten Spieler abstellt. König Tegel II kann sich hier allerdings knapp vor Empor Berlin schieben. Auch hat die ERSTE hiernach auf Zitadelle einen Vorsprung von über 80 Elo-Punkten.

Insgesamt sehr ähnlich fällt das Ranking übrigens auch aus, wenn man auf die mittlere DWZ der einzelnen Spielerkader in ihrer gesamten Breite ohne die beiden gesonderten Plätze für die Jugendlichen abstellt, also alle an den Positionen Nr. 1–16 gemeldeten Spieler heranzieht. Die drei sowohl ersten als auch letzten Plätze belegen hier ebenfalls jeweils dieselben Mannschaften, wobei sich unsere ERSTE immerhin auf Platz 6 vor König Tegel II wiederfindet. Keinen großen Sinn macht es hingegen, auf die Elo-Zahlen der an den Positionen Nr. 9–16 gemeldeten Spieler abzustellen. Denn da nur bei vier der zehn Mannschaften alle gemeldeten Spieler über eine Elo-Zahl verfügen (bei Brandenburg und Graal-Müritz ist dies nicht einmal bei allen an den ersten acht Positionen gemeldeten Stammspielern der Fall), scheidet eine Vergleichbarkeit insoweit aus. Gleiches gilt in Bezug auf eine Berücksichtigung der gesonderten Kaderplätze für Jugendliche, denn nur die Hälfte der Mannschaften haben diese beide besetzt.

Trotzdem sei noch ergänzend angemerkt, dass die ERSTE bei einem Abstellen auf die mittlere Elo-Zahl der an den Positionen Nr. 9–16 gemeldeten Spieler überraschenderweise Platz 3 und – auf den ersten Blick wohl noch überraschender – Schachfreunde III bei einer zusätzlichen Berücksichtigung der gesonderten Kaderplätze für Jugendliche nach der mittleren DWZ nur Platz 8 belegt. Letzteres beruht darauf, dass diese an Position Nr. 19 als einzigen Jugendlichen einen Spieler mit einer für die Oberliga äußerst ungewöhnlichen DWZ von nur 737 (!) und damit um 1554 DWZ-Punkte geringeren als die ihres nominell stärksten Spielers (2291) gemeldet haben. Dies hat natürlich auch zur Folge, dass die Differenz zwischen der höchsten und der niedrigsten DWZ innerhalb des Spielerkaders von allen Mannschaften bei der dritten der Schachfreunde am größten ist, denn bei einer maximalen Differenz von 821 DWZ-Punkten folgt hier Graal-Müritz erst mit weitem Abstand auf Platz 2. Bei einer maximalen Differenz von nur 177 DWZ- und 136 Elo-Punkten (Positionen Nr. 1–10) bzw. 267 DWZ-Punkten (Positionen Nr. 1–16) besitzt die ERSTE übrigens einen der ausgeglichensten Spielerkader.

Die vorstehenden Ausführungen zur Einordnung der Spielstärke der ERSTEN im Vergleich mit den anderen Mannschaften decken sich weitgehend mit den Prophezeiungen, die sich dem innerhalb des Spielerkreises der ERSTEN allerdings nicht bei jedem allzu beliebten Liga-Orakel zu den Erfolgsaussichten in der neuen Saison entlocken lassen:

Mit einer Quote von 36,7 % weist das Orakel Platz 7 als die wahrscheinlichste Endplatzierung der ERSTEN aus. Dagegen beziffert es die Wahrscheinlichkeit für Platz 8 nur auf 6,3 %. Hieraus berechnet es in Kombination mit der Annahme, dass es am Ende der Saison mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 55 % genau drei und mit einer solchen von rund 25 % vier Absteiger geben wird, für die ERSTE eine Abstiegswahrscheinlichkeit von insgesamt 13,7 %. Weil es die Wahrscheinlichkeit, dass fünf Mannschaften absteigen werden, nur auf 0,5 % beziffert, fällt dabei der Umstand, dass die ERSTE in 21,7 % der Fälle am Ende Platz 6 belegen wird, kaum ins Gewicht. Weil es die Wahrscheinlichkeit für eine Endplatzierung schlechter als Rang 8 nur mit 0,5 % angibt, sind umgekehrt auch die knapp 20 % der Fälle vernachlässigbar, in denen das Orakel nur zwei Absteiger erwartet.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die ERSTE mit Rang 4 ihre Platzierung aus der vergangenen Saison wiederholen kann, schätzt das Orakel auf 10,1 %, während es die ERSTE in insgesamt immerhin rund 35 % der Fälle am Ende jenseits aller Abstiegssorgen in der oberen Tabellenhälfte landen sieht. Die mit weitem Abstand größte Aufstiegswahrscheinlichkeit sieht das Orakel, wie kaum anders zu erwarten war, bei einer Quote von 82,5 % für Kreuzberg, während es diese für die ERSTE immerhin noch auf 0,7 % beziffert. Für den Mannschaftskampf gegen unseren Auftaktgegner am Sonntag weist das Orakel als statistischen Erwartungswert 3,7 Brettpunkte für die ERSTE aus. Da die Anzahl der Brettpunkte beim Schach bekanntlich aber immer nur ein Vielfaches von 0,5 betragen kann, bleibt zu hoffen, dass es nach Beendigung der letzten Partie wenigstens 4,0 sein werden.  

 


*) Bei allem Respekt im Hinblick auf die einstigen Prophezeiungen dieses Orakels: Mit der bloßen Zitierung des längst Kult gewordenen Refrains unseres Vereinsliedes am Ende des Abschlussberichts zur letzten Saison sollte natürlich nicht ernsthaft die Erwartung verbunden werden können, dies als „Zusammenfassung des Orakels von Friedenau für die kommende Saison“ durchgehen zu lassen, wie es dort allerdings proklamiert wird.

Ein Kommentar zum Beitrag “OLNO 2019/20 – R1: Fehlstart mit 3:5-Heimniederlage gegen Empor

  1. „Lange nicht gesehen – und doch wiedererkannt!“ Das Micha-Kyritz-Comeback in der ERSTEN löste neben dem spontanen Impuls mal wieder bei einem Heimspiel der ERSTEN zu kiebitzen viel Wiedersehensfreude aus. „Willkommen zurück an Bord!“

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