Pausenfüller

Der Pausenfüller“ ist eine von Onkel Krischan in Lüttenrade bei Berlin mit schöner Unregelmäßigkeit veröffentlichte Überbrückungshilfe für die vor uns liegende, entbehrungsreiche Zeit. Nomen est omen!


 

Zum Pausenfüller (bitte anklicken): (1)  (2)  (3)  (4)  (5)  (6)  (7)  (8)

 


Pausenfüller (8) vom 08.04.2020   > wird fortgesetzt

 

„leMoritzz: @WeDaChris, Aufgeben ist erlaubt btw.“

 

 

Da ich während des Spielens – im Gegensatz zu einigen Topspielern, die offensichtlich mit dem schachlichen Geschehen auf dem Bildschirm nicht vollständig ausgelastet sind – die meiste Zeit damit verbringe auf das Bildschirmbrett zu starren, geschweige denn Texte zu verfassen, fiel mir die Kurznachricht von leMoritzz erst sehr viel später beim Nachlesen des Chats auf. Leider war damit die unmittelbare Wirkung des Textes also zunächst erst einmal verpufft …

Trotzdem habe ich mich natürlich sehr gefreut, meinen Namen im Chat erwähnt zu finden. Allerdings kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Verfasser des Textes mit dem Ende der Partie ein wenig unzufrieden war. Nun ja, so etwas kommt vor.

Wenn nämlich jeder der genannten Maxime folgen würde, würden wir von einigen der lustigsten bzw. traurigsten Geschichten, die das Schachspiel erzählen kann, gar nichts erfahren. Was tatsächlich sehr schade wäre!

So habe ich mit Beginn meiner aktiveren Phase des Online-Schachspielens ein kleines Sammelsurium an Pattwitzen angelegt, wobei die Kooperation in meinem kürzlich erst entstandenen Lieblingsbeispiel geradezu genial ist.

 

 

Der Weißspieler, mit einer veritablen Wertungszahl von 2200+ sitzt nach der Bauernumwandlung in eine Dame auf einem satten Materialplus von 4 Figuren und 2 Bauern. Aber was hat es ihm genutzt?

Oder das folgende Beispiel ebenfalls aus der jüngsten Zeit, bei dem ein tapferer weißer König es mit 3 Figuren und 3 Bauern alleine aufnimmt. Auch in diesem Fall bleibt der Pattkonstrukteur (zumindest zeitweise 2300+) selbstverständlich ungenannt. Ein netter Sidekick ist allerdings die Tatsache, dass er in dem letzten Turnier, dass beide gemeinsam bestritten haben, noch vor leMoritzz gelandet ist. „Un soit qui mal y pense!“

 

 


 

Pausenfüller (7) vom 08.04.2020   > wird fortgesetzt

 

Wie Du dem Berserker Sand ins Getriebe streuen kannst!“

Tipps von WeDaChris

Die folgenden Feststellungen basieren auf wenigen Beobachtungen und Selbsterfahrungen und können mit Sicherheit noch weiter ausgearbeitet und dabei verfeinert werden.

  1. Feststellung: „Der Berserker betrachtet Dich als Opfer!“

    Seiner Meinung nach spielt er mindestens doppelt so gut wie Du. Das mag stimmen, aber ohne Inkrement muss er tatsächlich dreimal so gut spielen wie Du. Daraus lassen sich Handlungsanweisungen ableiten:   

      1. Spiele einfache, solide Eröffnungen mit wenig Konfliktpotential in den ersten Zügen. Dadurch vermeidest Du frühe Komplikationen, in denen sich der bessere Spieler im Allgemeinen wohler fühlen wird; wenn Du Dich aber in Deiner Spezialeröffnung gut auskennst, sollst Du die selbstverständlich spielen.

      2. Nutze Deine Zeit! Ziehe nicht zu schnell – vor allem nicht in der Eröffnung. Immerhin kannst Du Dir doppelt so viel Zeit nehmen wie der Berserker; und am Ende fehlt ihm das Inkrement.

      3. Nutze auch mal Zugwiederholungen, um eventuell auf diese Art und Weise ein indirektes Remisangebot zu machen. Der Berserker wird darauf in aller Regel nicht eingehen, da er ja gewinnen will. Dadurch muss er an der einen oder anderen Stelle mal den einen oder anderen schlechteren Zug machen, um der Zugwiederholung aus dem Weg zu gehen. Aus seiner Sicht sind das nur ärgerliche, weil unnötige Spielverzögerungen, die letztlich nur ihm schaden. 🙁

      4. Gib nicht sofort auf, nur weil Du eine Figur oder ein paar Bauern weniger hast. Lass Dir zeigen, ob die Verwertung tatsächlich so simpel ist, wie Du es selber vermutest. Da sind schon die dollsten Dinge passiert! 😯 

        Merke!:

        Wenn dem Berserker am Ende einer längeren Partie die Zeit davonläuft, beginnt auch er Fehler zu machen! 😉

  1. Feststellung: „Der Berserker will Dich einschüchtern, wenn sein Pfeifton erklingt.“

    Selbst wenn Du Dich erst einmal erschrickst, versuche Dich wieder zu beruhigen. Lass Dich nicht zum Opfer machen; Du hast am Beginn jeder Partie einige Sekunden Zeit, um Dich zu sammeln; atme dreimal tief durch und mache erst dann Deinen ersten Zug. Lass den Berserker ruhig mal warten und im eigenen Saft schmoren! 🙂

  1. Feststellung: „Glaube an Dich – dann hast Du gute Chancen!“  😎 

    Und wenn Du jetzt denkst, dass das alles nur gute Tipps sind, aber der Beweis fehlt, dann sage ich Dir, es hat bereits funktioniert!


 

Pausenfüller (6) vom 02.04.2020   > wird fortgesetzt

 

Es gibt immer mal wieder mal Partien, in denen bereits der kleinste Fehltritt die Stellungsbewertung in die komplett andere Richtung schleudert. Die vorliegende Partie gehört definitiv dazu, was auch den außergewöhnlichen Materialunterschieden geschuldet sein dürfte. Das heutige Drama ist wahrlich nichts für schwache Nerven und hat ein hohes Albtraumpotential; vor der Veröffentlichung wurde deswegen auch ernsthaft überlegt die Partie mit PG (parental guidance) zu kennzeichnen. Aber nun auf zum Spektakel …!

Aufs Brett kam ein Paulsen-Sizilianer mit dutzenden von Fallstricken, Tretminen und morastigen Sümpfen, aus denen sich die Spieler an den eigenen Haaren wieder herauszogen – der Herr Baron von Münchhausen lässt verbindlichst grüßen. Die Eröffnung ging klar an Yannick, der verschiedene Möglichkeiten der Stellungsverstärkung verpasste und trotzdem die Oberhand zu behalten schien …

 

Weiß: Yannick Kather (DWZ 2140)

Schwarz: Heinz Wirth (DWZ 2000)

 

 

In dieser Stellung entschloss sich Yannick  die Partie aufzugeben. Warum war es dafür aber doch noch zu früh? Zur Lösung

 

Der bestens unterhaltene Betrachter kann beiden Spieler für ihre Unerschrockenheit und Nervenstärke nur allerhöchsten Respekt zollen. Der einzige ernsthafte Makel dieser Partie scheint das Ergebnis zu sein, denn sie hatte keinen Verlierer verdient.


 

Pausenfüller (5) vom 1. April 2020   > wird fortgesetzt

 

Zum Abspielen bitte anklicken! Ein besonderer Dank geht an Katharina Waisburd. (Foto/Text: CG)


 

Pausenfüller (4) vom 30. März 2020   > wird fortgesetzt

 

Die Schachbrettblumen sind früh dran … (Foto SL)

 

Pausenfüller (3) vom 18. März 2020   > wird fortgesetzt

 

In der 8. Runde der gerade angehaltenen BMM-Saison verhalf die DRITTE unfreiwillig der ersten Mannschaft von BEROLINA zum sofortigen Wiederaufstieg in die Landesliga. Sowohl bei uns als auch bei den überglücklichen Siegern wurde ausführlich – wie gewohnt – darüber berichtet. Im WeDa-Bericht fand dabei explizit das Dauergrinsen von Robert Radke während des Postludiums Erwähnung. Hier und jetzt gibt es die Gelegenheit den Grund dafür zu verstehen. Die Eröffnung und das frühe Mittelspiel hat Robert mit den schwarzen Steinen gut überstanden, als ihn sein Gegner nach 21. … b5-b4 mit 22. c3-c4 erstmals richtig auf die Probe stellt.

 

 

Weiß: Thomas Hämmerlein (Bero – DWZ 2009)

Schwarz: Robert Radke (WeDa -DWZ 1882)

 


 

Pausenfüller (2) vom 17. März 2020   > wird fortgesetzt

 

Nach seiner lobenden Erwähnung im „Pausenfüller (1)“ war es für Franko selbstverständlich eine seiner gelungenen Partien aus der OLNO-Saison 2018/19 ein wenig ausführlicher zu erläutern. Vorher erklärt er aber noch, wie es überhaupt zur Auswahl der vorliegenden Partie kam: Als ich gefragt wurde, ob ich nicht eine meiner Partien aus der Vorsaison für die auf unserer WeDa-Homepage neu eingerichtete „Corona-Überbrückungsrubrik“ vorstellen möchte, war für mich nach kurzer Überlegung klar, welche dafür nur infrage kommen kann. Und zwar die gegen den Waliser Paul Atkinson, dem ich beim Mannschaftskampf der Ersten gegen SV Empor Berlin in Runde 1 an Brett 8 gegenüber saß. Sie war vor allem sportlich von großer Bedeutung, da bei einem Zwischenstand von 3,5:3,5 diese Partie über den Ausgang des Mannschaftskampfes entscheiden sollte. Beste Voraussetzung für beide Spieler also, fehlerreich und mit zitternden Händen ihre Figürchen übers Brett zu schieben.“

 

Insbesondere die Stellung nach 54. Lh7-d3 erwies sich für Franko als entscheidend; siehe nachfolgende Diagramme mit den entsprechenden Anmerkungen.

 

Weiß: Paul Atkinson (DWZ 2181)

Schwarz: Franko Mahn (DWZ 2128)

 


 

Pausenfüller (1) vom 16. März 2020   > wird fortgesetzt

 

… (DäaM = Dienstältestes anwesendes Mitglied)
… (CG: Irrtümer vorbehalten)


 

So manches Mal spiegeln sich naturkundliche Beobachtungen auf verblüffende Art und Weise in der menschlichen Welt wider; mit weiteren Erkenntnissen dieser Art muss im Verlaufe dieser Überbrückungshilfe immer mal wieder gerechnet werden. „C’est la vie!“

 

Lösung zur Partie Yannick vs. Heinz

Mit 51. De5! bestanden noch allerbeste Aussichten für Weiß sich in eine dreifache Stellungswiederholung zu retten.